Gewerkschaftstag

Delegierte Kristin Oder: Erst aufgeregt, dann stolz

  • 23.10.2015
  • md
  • Aktuelles

Kristin Oder, Jugendvertreterin von Volkswagen Zwickau, sprach am Donnerstag zu den Delegierten. Sie war erst aufgeregt, dann stolz. Zu Recht. Denn es gelang ihr, dass der Gewerkschaftstag einen vom IG Metall-Jugendausschuss gestellten Antrag zur Tarifpolitik annahm – entgegen der ersten Empfehlung der Antragsberatungskommission. Klasse, Kristin!

Foto: IG Metall

Mit dieser Rede hat Kristin die Delegierten des IG Metall-Gewerkschaftstags überzeugt und erntete dafür viel Beifall:

»Warum ist die Tarifpolitik für uns Jugendliche so wichtig? Wir sind das Fundament der zukünftigen Politik unserer IG Metall; denn auch diese IG Metall ist von Demografie betroffen. Jörg hat das bei der Verabschiedung der Vorstandsmitglieder bereits erwähnt. Daher braucht es junge, motivierte Aktive, um zukünftig handlungsfähig zu bleiben.

Wenn wir junge Menschen beteiligen und sie als Mitglieder gewinnen wollen, müssen wir ihre Interessen insbesondere auch in der Tarifpolitik vertreten. Wie sehr sich junge Menschen mit der Tarifpolitik der IG Metall identifizieren, sehen wir alle spätestens bei den Warnstreiks oder wenn wir gemeinsam auf die Straße gehen und echt richtig coole Aktionen gemeinsam starten.

Oft sieht man uns auch in der ersten Reihe stehen, wo wir für unsere Forderungen auch ordentlich Dampf machen. Nichtsdestotrotz stehen wir selbstverständlich hinter den Forderungen unserer älteren Kolleginnen und Kollegen.

Woher kommt dieser Antrag? Der Antrag »Tarifpolitik für und mit der jungen Generation« wurde vom Jugendausschuss beim Vorstand geschrieben. Alle diese Themen kamen aus der diesjährigen Jugendkonferenz. Bei dieser Konferenz gab es intensive und spannende Diskussionen mit einem eindeutigem Votum: Die Ausbildungsvergütung ist ein großer Bestandteil unserer Tarifpolitik.

Viele Teile dieses Antrags wie zum Beispiel der Tarifvertrag für dual Studierende oder die Umsetzung des Tarifvertrags zur unbefristeten Übernahme und der Weiterbildungstarifvertrag kommen auch im Leitantrag vor. Es war uns ein innerliches Blumenpflücken, dass genau diese Teile unseres Antrags auch im Leitantrag berücksichtigt worden sind.

Nichtsdestotrotz ist die existenzsichernde Ausbildungsvergütung eines der wichtigsten Kernthemen unserer zukünftigen Arbeit. Leider wurde dieser Teil im Leitantrag nicht berücksichtigt.

Wofür brauchen wir eine existenzsichernde Ausbildungsvergütung? Die Azubis in Erstausbildung sind nicht mehr wie früher 15 Jahre alt, sondern meistens schon knapp 20 und nicht selten älter. Daher haben sich auch ihre Bedürfnisse geändert. Vor allem ist es der Wunsch nach Unabhängigkeit, um nicht auf Dritte oder gar auf den Staat angewiesen zu sein.

Immer häufiger sind Azubis auch dazu gezwungen, weit weg von zu Hause eine Ausbildungsstelle anzunehmen. Daher muss das langfristige Ziel eine Ausbildungsvergütung sein, welche mindestens 50 Prozent des Facharbeitereckentgelts beträgt. Zwar gibt es in einigen DGB-Gewerkschaften Diskussionen, das gesetzlich zu regeln, aber wir als IG Metall-Jugend trauen uns zu, diese Dinge in unseren Tarifverträgen zu regeln.

Wichtig ist hierbei auch, dass die Facharbeitereckentgelte deutschlandweit wieder näher zusammenrücken. Und damit wir uns an dieser Stelle klar verstehen: natürlich nur nach oben orientiert.

Für uns als IG Metall-Jugend ist dieses Thema mit von oberster Priorität, was auch die Diskussionen auf unserer Jugendkonferenz gezeigt haben. Daher braucht dieser Antrag aus unserer Sicht einen anderen Stellenwert.

Wir bitten die Antragsberatungskommission, ihre Empfehlung zu überdenken und eine Empfehlung auszusprechen, die da lautet: Annahme. Annahme für unsere Jugend und eine Tarifpolitik für und mit uns, für die junge Generation und mit der jungen Generation.«


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