DGB Sachsen fordert Grundsatzentscheidung zu Leiharbeit

  • 15.02.2012
  • md
  • Aktuelles

Der Rechtsstreit über die Leiharbeit im Leipziger BMW-Werk zielt aus Sicht des DGB Sachsen auf eine wichtige Grundsatzentscheidung über die Ordnung am Arbeitsmarkt.

Markus Schlimbach. Foto: DGB

"Wir erleben, dass Leiharbeit in immer mehr Betrieben Fuß fasst, um Lohnkosten zu drücken", sagte der stellvertretende DGB-Landesvorsitzende, Markus Schlimbach, der dpa. Dem müsse Einhalt geboten werden. Der Umfang der Leiharbeit beim Leipziger Autobauer BMW ist nach Einschätzung des DGB Sachsen ein Extremfall für ostdeutsche Verhältnisse.


‚‚Leiharbeit wird oft zum Lohndumping genutzt’’, sagte Schlimbach. Dabei sei das eigentliche Anliegen, Auftragsspitzen in konjunkturell guten Zeiten abzuarbeiten. Im Schnitt verdienten die Betroffenen rund ein Drittel weniger als die jeweilige Stammbelegschaft. Der oft nur gezahlte Mindestlohn reiche nicht für eine die Existenz sichernde Rente, sagte der Gewerkschafter und verwies damit auf einen weiteren Aspekt. ‚‚Damit ist Altersarmut programmiert.’’


Jeder zehnte Leiharbeiter in Sachsen benötige neben seinem Lohn staatliche Hilfen, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Zudem würden Leiharbeiter auch bei Sozialangeboten anders behandelt, sie bekämen in der Regel weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld.


Laut DGB gibt es in Sachsen derzeit rund 55 000 Leiharbeiter. Der größte Teil ist in der Metall- und Elektroindustrie zu finden, und dort vor allem bei den Automobilzulieferern. Aber auch bei den Chipherstellern, in der Solarindustrie und im Dienstleistungssektor spielt die Leiharbeit eine nicht zu unterschätzende Rolle, so Schlimbach. Die Hälfte der Leiharbeiter werde - anders als bei BMW in Leipzig - in der Regel weniger als drei Monate hintereinander weg beschäftigt. Nur 15 Prozent der Leiharbeiter hätten einer Studie der Bundesagentur für Arbeit zufolge die Chance, in eine Festanstellung übernommen zu werden - ähnlich wie einst bei den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.


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