15.07.2025 | Absatzkrise, Imageprobleme, wachsende Unsicherheit: Bei Tesla in Grünheide brodelt es. Doch die Beschäftigten stehen nicht allein. Über 70 aktive Metallerinnen und Metaller haben bei Aktionstagen im Werk ein starkes Zeichen gesetzt: Wir stehen zusammen - Für eine Gigafactory mit Zukunft!
Die Produktion bei Tesla in Grünheide läuft auf Hochtouren – und trotzdem wächst die Verunsicherung in der Belegschaft. Der Grund: Die Verkaufszahlen in Europa kommen nicht aus der Talfahrt, das Image des Konzerns ist im Keller, und von der Werkleitung kommen kaum klare Aussagen zur Zukunft. Viele fragen sich: Was passiert mit den Autos, die wir hier täglich bauen? Und habe ich angesichts der vielen Kündigungen überhaupt noch eine Perspektive im Werk?
Mehr als 70 aktive Metallerinnen und Metaller von Tesla und aus Betrieben in ganz Deutschland haben, deshalb in der ersten Juliwoche das Gespräch mit allen Kolleginnen und Kollegen im Werk gesucht. Ihr Ziel: zuhören, informieren, Mut machen – und ein klares Zeichen setzen: „Wir stehen zusammen!“, lautete das Motto der Aktionstage.
„Immer mehr Kolleginnen und Kollegen zweifeln an der Beteuerung der Werksleitung, dass die aktuellen Verkaufszahlen keine Auswirkungen auf die Fabrik haben. Dass nicht mal gegenüber uns Betriebsräten offen über die Situation gesprochen wird, gibt auch mir zu denken“, sagt ein Mitglied der IG Metall-Fraktion im Betriebsrat.
Die nächste große Chance für Veränderung kommt Anfang 2026: Dann wird bei Tesla erstmals zeitgleich mit allen anderen Industriebetrieben der Betriebsrat neu gewählt. Die Belegschaft kann dann aufs Neue entscheiden, wer ihre Interessen gegenüber dem Management am besten vertritt. Dass die aktuelle Mehrheit der arbeitgebernahen „Fraktion 23“ keine Verbesserungen für die Menschen im Werk bringt, hat sich herumgesprochen.
Viele der IG Metallerinnen und Metaller, die aus Solidarität nach Grünheide gekommen sind, wissen aus eigener Erfahrung, was ein starker Betriebsrat bewirken kann. Eine Kollegin aus Baden-Württemberg erzählt: „Ich habe viele Leute gefragt, was sie bei Tesla in Grünheide gerne ändern würden. Am meisten ging es dann um Sicherheit – und um mehr Fairness bei den Arbeitsbedingungen und Chancen in der Fabrik. Das kenne ich so gar nicht aus dem Betrieb, in dem ich arbeite, weil wir einen Betriebsrat und die IG Metall an unserer Seite haben. Es ist doch klar, dass wir als Beschäftigte füreinander einstehen müssen.“
Die IG Metall wird auch nach den Aktionstagen weiter für die Beschäftigten da sein – im Werk und außerhalb. Das Büro der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen direkt am Bahnhof Fangschleuse ist täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet:
IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen
Am Bahnhof Fangschleuse 4
15537 Grünheide
Kontaktformular:
https://www.igm-tesla.de/beschaeftigte