Erste Tarifverhandlung für Sachsens Metallindustrie ergebnislos - Was IG-Metall-Betriebsräte sagen

  • 13.02.2006
  • md
  • Aktuelles

Die erste Tarifverhandlung für die 134 000 Beschäftigten in der sächsischen Metalll- und Elektroindustrie ist am Montag nachmittag ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Die IG Metall fordert fünf Prozent Einkommenszuwachs, einen Tarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen und Mitsprache bei Qualifikation und Innovation.

Tarifverhandlung am 13. Februar in Dresden

"Während sich führende Ökonomen für eine Stärkung der Binnennachfrage aussprechen und die Bundesregierung mit einem milliardenschweren Programm die Konjunktur beleben will, muten die Arbeitgeber den Beschäftigten in Sachsen Lohnverzicht zu und entziehen damit der Volkswirtschaft Kaufkraft", sagte der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel. Statisktiken belgen die gute Wirtschaftslage im Freistaat. Die Forderung sei in jeder Hinsicht gerechtfertigt,.

 

So steigt die Beschäftigung in Sachsens Metall- und Elektroindustrie seit 1998 pro Jahr um 3 500 Arbeitsplätze. Die Umsätze haben sich binnen sieben Jahren mehr als verdoppelt. Nach Angaben des ifo-Instituts Dresden wird die sächsische Industrie 2006 real um neun Prozent wachsen.

 

Das sagen Betriebsräte aus sächsischen Metall-Betrieben zur heutigen Tarifverhandlung:

 

Jens Cramer, SAS Crossen: "Fünf Prozent Plus sind richtig. Unsere Belegschaft will die Reallohnverluste, die uns die zurück liegenden Jahre brachten, nicht mehr hinnehmen. Jetzt brauchen wir wieder mehr Geld in den Taschen. Wir wollen die vermögenswirksamen Leistungen tariflich absichern. Durch Mitsprache bei Qualifikation und Innovation im Unternehmen wollen wir dafür sorgen, dass wir für diei immer anspruchsvolleren Arbeitsaufgaben auch künftig gerüstet sind."

 

Jens Köhler, BMW Leipzig: "Ein Blick auf die ausgesprochen gute wirtschaftliche Lage von BMW zeigt, dass fünf Prozent eine sehr vernünftige Forderung sind. Unsere Belegschaft ist entschlossen, dafür zu kämpfen. Wir wissen genau, dass die Produktivität in unserer neuen Fabrik noch höher ist als in den bayerischen Werken. Die Themen Qualifikation und Innovation im Tarifvertrag besser abzusichern, finde ich gut. Kein vernünftiger Unternehmer sollte sich dem verschließen."

 

Günter Marks, Bombardier Bautzen: "Wir erwarten von den Arbeitgebern in dieser Tarifrunde ernsthafte Verhandlungen und keine Showveranstaltung. Ich sage: Schluss mit den Spielchen der zurück liegenden Jahre. Unsere Forderungen sind durchdacht und gut begründet. Wir sind empört über den hiemlichen so genannten Tarifabschluss mit der Christlichen Metall-Gewerkschaft und werden uns nicht von der Tarifentwicklung im Rest der Republik abkoppeln lassen."


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