Arbeitszeit

Ewige Frage neu gestellt: Wem gehört die Zeit?

  • 27.11.2015
  • md
  • Aktuelles

Mit der Automatisierung steigt die Arbeitsintensität stetig. So rückt unweigerlich die Frage nach der Arbeitszeit immer stärker in den Fokus der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Eine rege und tiefgehende Diskussion auf einer Tagung des DGB Sachsen zeigte: Das Interesse ist riesengroß, und der Bedarf nach Regelungen ebenfalls.

Rund 100 Teilnehmer aus verschiedenen Branchen der sächsischen Wirtschaft waren zur Arbeitszeitkonferenz des DGB nach Leipzig gekommen. Betriebs- und Personalräte aus Sachsen diskutierten mit Politikern und Wissenschaftlern. Themen waren unter anderem, wie lange und wann gearbeitet wird,  die an Lebensphasen orientierte Gestaltung von Arbeitszeit sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.  

 

Arbeitsminister Dulig setzt neue Akzente
Arbeitsminister Martin Dulig (SPD) plädierte für künftige Individualisierung mit einer lebensphasen-orientierten Personalpolitik. Seine Idee:  "Große Teilzeit" - also Familienarbeitszeit, partnerschaftlicheArbeitsteilung zwischen den Geschlechtern. Dazu gehöre  die Chance, Phasen zu gestalten, in denen die Pflege von Angehörigen, private oder berufliche Qualifizierung oder ehrenamtliches Engagement im Vordergrund stehen, ohne die Berufstätigkeit aufzugeben. Dr. Steffen Lehndorff vom Institut Arbeit und Qualifikation sprach sich dafür aus, kurze Vollzeit attraktiv und lange Vollzeit in den Betrieben und bei Tarifbewegungen der Gewerkschaftenzum Konfliktthema zu machen.

 

Geleistete Stunden dürfen nicht verfallen

Schluss mit dem Verfall von Arbeitszeit! Machen wir die Entlohnung tatsächlich geleisteter Arbeitszeit zum Thema - Betrieb für Betrieb, forderte Sabine Zach,Tarifsekretärin der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. Flexibilität dürfe keine Einbahnstraße sein, in der nur die betrieblichen Interessen berücksichtigt werden. Das Ziel müsse sein, persönliche Souveränität im Umgang mit der Zei zu erreichen. "Es geht um Stabilität, Sicherheit und Selbstbestimmtheit bei der Gestaltung der Arbeitszeit", sagte Zach.  

 

Es gibt viel zurückzuholen
Arbeitszeitfragen sind vielschichtig, hatte DGB-Vize Markus Schlimbach zum Auftakt gesagt. Unbefriedigend bleibe für viele Familien, dass der Schichtplan den Takt ihresZusammenlebens vorgibt, sogar an Wochenenden. Insofern, so die Konferenzteilnehmer abschließend, gibt es viel zu tun, dass die Beschäftigten sich ihre Zeit-Souveränität zurückholen.


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