Experten: Mehr Prävention in Unternehmen würde Milliarden bei Sozialversicherungen sparen

  • 09.11.2006
  • md
  • Aktuelles

Ein Ausbau des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes könnte die Sozialversicherungen um mehr als 17 Milliarden Euro entlasten, stellten Experten und Betriebsräte auf einer Fachtagung der IG Metall in Dresden fest.

Fachkonferenz am 9. November in Dresden

Steigender Leistungsdruck, Arbeitsverdichtung und die Forderung nach immer flexibleren und längeren Arbeitszeiten kennzeichnen den Alltag vieler Beschäftigter. Arbeitsbedingte Erkrankungen nehmen zu und verursachen Kosten in Milliardenhöhe.

 

IG-Metall-Bezirksleiter, Olivier Höbel sagte: „Die Schaffung und Erhaltung menschengerechter Arbeitsbedingungen ist nicht nur eine neue Vorgabe des Arbeitsschutzgesetzes, sondern auch eine große Herausforderung für die Gewerkschaften. Durch einen effektiveren Arbeitsschutz, erhöhte Prävention in den Unternehmen und eine nachhaltige betriebliche Gesundheitspolitik könnten die Beitragssätze in der Kranken- und Rentenversicherung bis zu 1,8 Prozentpunkte sinken.

 

Berechnungen des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) haben ergeben, dass sich die gesellschaftlichen Kosten von arbeitsbedingten Erkrankungen auf 28 Milliarden Euro pro Jahr summieren. Dazu kommen Kosten für arbeitsbedingte Frühverrentungen in Höhe von 10 Milliarden Euro jährlich. Von diesen Kosten müssen die Krankenversicherungen 15 Milliarden Euro und die Rentenversicherung 2,7 Milliarden Euro tragen - insgesamt also mehr als 17 Milliarden Euro.

Die IG Metall Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen sieht mit der Umsetzung der neuen Entgeltrahmenverträge (ERA) eine große Chance für eine humanere Arbeitsgestaltung.

 

Auf der Fachtagung referierte Dr. Max Geray vom Büro für Arbeitsschutz & Betriebsökologie in Hamburg zum Thema Mitbestimmung auf Basis des seit zehn Jahren bestehenden Arbeitsschutzgesetzes. Arbeitnehmervertreter aus der Automobilmanufaktur Dresden, von BBT Thermotechnik Neukirchen,OTIS Berlin und aus dem Siemens-Dynamowerk Berlin stellten erfolgreiche Praxisbeispiele im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz vor.

 


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