Fair-Leih-Tour der IG Metall: Mit 300 PS für gleiche Bezahlung

  • 21.05.2008
  • md
  • Aktuelles

"Gleiche Arbeit - gleiches Geld" ist das Motto einer Truck-Tour der IG Metall, bei der sie über Anforderungen und Realität der Arbeitsbedingungen in der Leiharbeitsbranche informiert. Der 14-Tonnen-Truck steht am kommenden Samstag von 11 bis 18 Uhr auf dem Markt in der Spandauer Altstadt. Weitere Stationen im Mai und Juni: Riesa (22. Mai, Riesa-Park), Zwickau (4./5. Juni, Hauptmarkt), Eisenhüttenstadt (9. Juni, Lindenallee), Berlin (10. Juni, Tour durch die Hauptstadt), Leipzig (11./12.Juni, Altes Rathaus), Berlin (16. bis 19. Juni), Cottbus (20. Juni, Altmarkt).

Großer Zulauf: Truck-Station Chemnitz am 20. Mai

Dort können sich Leiharbeitnehmer und interessierte BürgerInnen über ihre Rechte im Arbeitsleben informieren. „Viele wissen gar nicht, welche Rechte ihnen zustehen. Die Leute sollen im Zweifelsfall einfach mal ihren Arbeitsvertrag mitbringen“, riet Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. Dies sei ein Ansatzpunkt, um Missständen in der Branche entgegenzuwirken.


Leiharbeitskräfte verdienen 30 bis 50 Prozent weniger als ihre festangestellten Kollegen. Beispielsweise verdient ein fest angestellter Produktionshelfer in der Metallindustrie 1960 Euro Brutto. Ein Leiharbeiter, der die gleiche Arbeit macht, bekommt nur 1050 Euro Brutto. Ein Maschinenschlosser in Festanstellung erhält 306 Euro Urlaubsgeld , sein Kollege in Leiharbeit nur 150 Euro. Ein fest angestellter Ingenieur hat 30 Tage Urlaub im Jahr, die von Leiharbeitsfirmen entsandten Ingenieure müssen mit 24 Urlaubstagen auskommen.

 

Bezirksleiter Höbel: „Wir sind gegen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Betrieben. Leiharbeit dient längst nicht mehr dazu, Auftragsspitzen aufzufangen, sondern sie ersetzt immer mehr Stammarbeitsplätze.“ Derzeit beschäftigt allein die Metall- und Elektroindustrie 260 000 Leiharbeitskräfte. Damit hat sich deren Zahl binnen zwei Jahren verdoppelt.


Deshalb will die IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen mit  50 Pilotbetrieben Vereinbarungen über faire Bezahlung abschließen. Bei zehn Betrieben sei dies bereits gelungen, so Höbel.

 

Betriebsräte in entleihenden Betrieben haben angekündigt, künftig noch stärker
darauf zu achten, dass LeiharbeitnehmerInnen fair behandelt und fair bezahlt werden.

 

Seit dem Start der Kampagne „Gleiche Arbeit – gleiches Geld“ 2007 hat die IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen rund 1 700 neue Mitglieder unter Leiharbeitnehmern gewonnen.


Weitere Informationen zur Kampagne und die nächsten Stationen der Trucktour:
www.gleichearbeit-gleichesgeld.de


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