Tarif/Metall-Elektro

Gewerkschaftsfeinde bei MA Automotive in Treuen können Willen der Belegschaft nicht brechen

  • 30.05.2016
  • md
  • Aktuelles, Tarif, Metall-/Elektro, Betriebsräte

Immer etwas Neues, aber nichts Gutes ist zu hören aus der Firma MA Automotive Deutschland im sächsischen Treuen: Die Geschäftsführung will mit der IG Metall keinen Tarifvertrag abschließen, wie es die Belegschaft fordert. Die Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden und Hausverbot für den Ersten Bevollmächtigten der IG Metall führten nun zum Abbruch der Gespräche.

Hintergrund dieses drastischen Schritts, gegen den die IG Metall jetzt rechtlich vorgeht: Der Betriebsrat erhielt am 26. Mai eine Anhörung zur außerordentlichen fristlosen Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden Michael Zähringer. Dieser habe einen Kollegen gemobbt und Betriebsräte genötigt, so die Vorwürfe. "Das ist absolut unhaltbar", betont Stefan Kademann. Vielmehr werde versucht, "den Betriebsratsvorsitzenden psychisch unter Druck zu setzen und den Willen der Belegschaft nach einem Tarifvertrag zu brechen."
 
Betriebsräte haben laut Betriebsverfassungsgesetz einen besonderen Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber kann ein Betriebsratsmitglied nur mit Zustimmung des Betriebsrates kündigen. Erfolgt diese nicht, muss diese Zustimmung beim Arbeitsgericht beantragt und durch dieses gerichtlich ersetzt werden.
 
Kademann weiter: „Der Betriebsrat hat die Kündigung bereits abgelehnt und wird juristisch dagegen vorgehen. Bei MA Automotive soll ein Klima der Angst geschürt werden. Geschäftsführer Ulrich Bogatzki und sein Personalleiter Jan Pohl verfolgen offensichtlich gezielt eine gewerkschaftsfeindliche Strategie."

 

Während des ersten Warnstreiks hatte der Personalleiter unberechtigt Fotos der Teilnehmer aufgenommen und Namenslisten erstellt, um Beschäftigte massiv einzuschüchtern, berichtet Stefan Kademann. Das Hausverbot gegen ihn ziele ndarauf ab, ihm persönlich zu schaden und ein Exempel zu statuieren. "Wir werden dieses Verhalten nicht hinnehmen. Wir werden auch die Politik und die Kunden von MA Automotive in die Verantwortung nehmen. Mit ihrem Handeln gefährden die Herren Bogatzki und Pohl die weitere Entwicklung des Betriebs.“

 

Nachdem sich die Geschäftsführung über Wochen Gesprächen mit der IG Metall verweigert hatte, kam es im November 2015 zum ersten Warnstreik. Danach näherten sich IG Metall und Geschäftsführung in mehreren Gesprächen an, um eine konstruktiven Lösung für den Betrieb zu finden. Die drastischen Entscheidungen der Chefs führten jetzt zum Abbruch der Gespräche. 

 

Zur Internetmeldung der IG Metall Zwickau:

 

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