Gleiche Bezahlung für Frauen: IG Metall fordert Initiative der Regierung

  • 26.03.2010
  • md
  • Aktuelles

Die gleiche Bezahlung von Frauen für gleichwertige Arbeit braucht aus Sicht der IG Metall eine gesetzliche Regelung und eine entsprechende Initiative der Bundesregierung. "Wir brauchen endlich verbindliche Regelungen, um die gleiche Entlohnung von Frauen gegenüber Männern voranzubringen", sagte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, am Freitag anlässlich des "Equal Pay Day". „Wirksame rechtliche Grundlagen für die Durchsetzung der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, die in Frankreich, Kanada und Schweden längst gängige Praxis sind, müssen auch in Deutschland möglich sein“, sagte sie.

Helga Schwitzer

Nicht nur die Diskriminierung von Frauen beim Entgelt sei ein Skandal, sondern auch, dass sich daran in Deutschland seit vielen Jahren kaum etwas ändere, kritisierte Helga Schwitzer.


Die Politik könne nicht länger tatenlos zusehen. Sie müsse gesetzliche Grundlagen für die Entgeltgleichheit schaffen. Ein solches Gesetz müsse Unternehmen verpflichten, die gleiche Bezahlung kontinuierlich zu überprüfen und bei Bedarf Korrekturen vorzunehmen, forderte Schwitzer.


Versuchen, die beruflichen Chancen und die Verdienstmöglichkeiten von Frauen weiter zu verringern, müsse ein Riegel vorgeschoben werden, forderte Schwitzer. Die Gewerkschafterin verwies dabei auf die Absicht, bei den Büroberufen, wie Kaufleuten und Fachangestellten für Bürokommunikation, in denen Dreiviertel der Auszubildenden Frauen sind, die Ausbildungsdauer auf zwei Jahren zu verringern. „Diese Schmalspurausbildung wertet die Tätigkeiten von Frauen in kaufmännischen und Assistenztätigkeiten unzumutbar ab, und ist damit auch der Einstieg zur Diskriminierung bei der Entlohnung“, sagte Schwitzer.

Mit einer Unterschriftensammlung unter Betriebsräten, Ausbildern und Jugend- und Ausbildungsvertretern gegen die Verkürzung der Ausbildungsdauer wollen die DGB-Gewerkschaften die Bundesregierung auffordern, die drohende Benachteiligung von Frauen zu verhindern.

Mit einer durchschnittlichen Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern von mehr als 23 Prozent liege Deutschland europaweit zusammen mit einigen kleinen Ländern an der Spitze bei der ungleichen Bezahlung. Der „Equal Pay Day“ am 26. März bezeichnet den Tag, bis zu dem Frauen arbeiten müssen, um rechnerisch den gleichen Vorjahresverdienst wie Männer zu erreichen. Am Freitag wird mit diesem Datum zum dritten Mal darauf hingewiesen.


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