Rente: Thema aller Generationen

Hans-Jürgen Urban: Kurswechsel in der Rentenpolitik ein Kriterium zur Bundestagswahl

  • 25.02.2017
  • md
  • Aktuelles

Kurswechsel in der Rentenpolitik – das fordert die IG Metall von der Politik. "Die Parteien müssen im Jahr der Bundestagswahl endlich Farbe bekennen", sagte Hans-Jürgen Urban, für Sozialpolitik zuständiges geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, auf einer Rentenkonferenz der Gewerkschaft am Freitag in Berlin. "Rentenniveau rauf, Lebensarbeitszeit runter, her mit der Guten Arbeit", brachte er die Forderungen der IG Metall auf den Punkt.

Foto: Christian von Polentz, transitfoto.de

Die Rente mit 67 nannte er eine der dümmsten Entscheidungen in der deutschen Sozialpolitik. "Wir haben unsere Vorschläge für einen Strategiewechsel vor Monaten auf den Tisch gelegt, und wir schauen genau hin, wer dem weiteren Sinkflug der Renten weiter zusehen will oder wer sich dafür stark macht, die Rentenversicherung jetzt neu aufzustellen, damit sie auch für künftige Generationen gut funktioniert", so Urban. Ziel des Konzepts ist eine Stabilisierung und mittelfristige Anhebung des Rentenniveaus.

 

Der Kampf für gute statt prekäre Arbeit sei Rentenpolitik, so Urban, denn auskömmliche Erwerbseinkommen seien die beste Grundlage für eine Rente, von der die Menschen leben können. Die betriebliche Altersversorgung könne die Löcher in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht stopfen. "Diese taugt nur als Sahnehäubchen obendrauf." In diesem Zusammenhang setzte er den sechs größten Renten-Mythen Fakten entgegen.

 

Insbesondere wandte sich der Gewerkschafter gegen "selbsternannte Jugendschützer". Diese propagierten Leistungskürzungen bei der Rente mit dem Verweis auf kommende Beitragslasten, in Wahrheit handelten sie aber gegen die Interessen der Jüngeren. "Es sind doch gerade die Jungen, die den Preis für die Leistungskürzungen bei der gesetzliche Renten zahlen und hinter immer größeren Renten-Lücken an unsicheren Kapitalmärkten hinterhersparen sollen", sagte Urban.

 

Laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest/Kantar Public im Auftrag der IG Metall gehen drei Viertel der Erwerbstätigen (74 Prozent) nicht davon aus, ihre aktuelle Tätigkeit bis ins hohe Alter ausüben zu können. Bei den Arbeitern sind es sogar 93 Prozent. "Die Jüngeren sollen zukünftig auch noch bis ins hohe Alter arbeiten, bis 70, 73 oder noch länger. Das geht an der Realität in den Betrieben vorbei. Wer die Regelaltersgrenze weiter hochtreibt, kürzt damit die Renten", kritisierte Urban auf der Konferenz, an der rund 200 Betriebsräte, Jugendvertreter, gewerkschaftliche Vertrauensleute sowie Politiker teilnahmen. Zum Abschluss diskutierten Vertreter von Jugend- und Studierendenorganisationen sowie der älteren Generation, wie eine wieder am Versorgungsbedarf ausgerichtete Rentenpolitik erreicht werden kann. Damit setzten sie ein weiteres Zeichen der Generationensolidarität.

 

Am Freitagmorgen hatten rund 100 junge und ältere Gewerkschafter mit einer Aktion vor dem Gebäude der Arbeitgeberlobby "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)" in Berlin deutlich gemacht, dass sie sich in Fragen der sozialen Sicherheit nicht spalten lassen. Ralf Kutzner, für Kampagnen zuständiges geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, sagte dort: "Die Arbeitgeber geben Millionen für die Ablenkungskampagnen der INSM aus, um eine gerechte Rente zu verhindern. Mit ihrer Forderung nach weiteren Rentenkürzungen statt paritätischer Altersvorsorge ist die INSM die Totengräberin unseres Sozialstaats."


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