Pressemitteilung vom 10. April 2019

IG Metall: Flächentarifvertrag im Osten stärken! Qualifizierte Arbeit braucht attraktive Arbeitszeiten

  • 10.04.2019
  • aw
  • Pressemitteilung

Am 10. April haben in Dresden die zweiten Tarifgespräche zur Angleichung der Arbeitszeit in Ostdeutschland unter Beteiligung aller ostdeutschen Tarifvertragsparteien der Metall- und Elektroindustrie stattgefunden. Beide Parteien haben sich heute auf einen intensiven Arbeitsprozess verständigt, mit dem Ziel, im ersten Halbjahr 2019 ein Tarifergebnis zur Angleichung zu erreichen.

Hintergrundkommission der IG Metall am 10. April 2019 in Dresden / Radebeul - Fotograf: André Wirsig

Nachdem die IG Metall bereits einen Vorschlag für ein tarifvertragliches Lösungsmodell gemacht hatte, haben heute die Arbeitgeber ihre Vorstellungen der Rahmenbedingungen für die Arbeitszeitverkürzung Ost vorgetragen.

Dabei wurde die grundsätzliche Bereitschaft der Arbeitgeber deutlich, einen verlässlichen tariflichen Rahmen zur Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung im Osten zu schaffen. Die IG Metall begrüßt, dass ein fester Zeitrahmen zur Einführung vorgesehen ist.

Der Ansatz der Arbeitgeber, die Lösung von tarifvertraglichen Fragen auf die Ebene der Betriebsräte zu verlagern, wird von der IG Metall abgelehnt.

„Für uns ist von besonderer Bedeutung, dass die bewährte Arbeitsteilung zwischen Tarifparteien und Betriebsräten beibehalten wird“, sagte Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Eine Verlagerung der Entscheidung über die Einführung der 35-Stundenwoche allein auf die betriebliche Ebene ist für die IG Metall zu unverbindlich und daher nicht akzeptabel.“

Die Weiterentwicklung der ostdeutschen Metall- und Elektrounternehmen im Hinblick auf Systemkompetenz und qualifizierte zukunftsorientierte Facharbeit erfordert attraktive tariflich abgesicherte Arbeitsbedingungen.

Die Herstellung der sozialen Einheit auch im Bereich der Arbeitsbedingungen ist eine gesellschaftspolitische Verantwortung der Arbeitgeber, die nicht durch Kompensationen auf die Beschäftigten abgewälzt werden darf.

Die Zahl der Differenzen, die wir zu lösen haben, ist beträchtlich. Daran werden wir jetzt unter Hochdruck arbeiten.

„Wir sehen, dass wir für die Lösung der Arbeitszeitfrage innovative tarifliche Modelle brauchen“, so Höbel. „Diese werden wir unter Einbeziehung der Belegschaften entwickeln und einbringen.

Für Rückfragen: Andrea Weingart, Tel. 0151 29 23 11 82