IG Metall nach Spitzengespräch mit Daimler-Vorstand verstärkt in Sorge um Arbeitsplätze und Standorte

  • 17.12.2014
  • bg
  • Aktuelles, Kfz

Ein Spitzengespräch der IG Metall und der Gesamt- und Konzernbetriebsräte mit dem Vorstand der Daimler AG in Stuttgart am 17. Dezember brachte keine Klarheit über die Zukunftsaussichten und mögliche Erwerber der MBVG bringen. Trotz schwarzer Zahlen der MBVG hält der Daimler-Vorstand weiter am Verkauf seiner Vertriebstochter im Osten fest.

Konkrete Einzelheiten gab es nicht. Der Autobauer hinterlässt dadurch noch mehr offene Fragen.

 

Verkauf ist strategisch falsche Entscheidung

Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen, sieht den Kurs der Daimler AG mit Sorge. „Es gibt keine verbindlichen Zusagen für die Arbeitsplatz- und Standortsicherheit. Das verunsichert Beschäftigte und Kunden. So eine Hängepartie ist kurz vor Weihnachten gegenüber den Beschäftigten unwürdig. Wir halten es darüber hinaus für inakzeptabel, über potentielle Käufer aus der Zeitung zu erfahren. Hier läuft Mercedes Gefahr, seine Glaubwürdigkeit bei den eigenen Mitarbeitern zu verspielen. Ein Verkauf ist wirtschaftlich nicht geboten und für das Image schädlich“, kritisierte Höbel.

 

Kein plausibles Konzept

Die Zukunftsaussichten sind noch unklarer als zuvor. Die IG Metall sieht keinen Vorteil für den Autobauer nach einem Verkauf. „Mercedes-Kunden erwarten einen exklusiven Mercedes-Service aus qualifizierter Hand. Stattdessen wächst der Eindruck eines Ausverkaufs, um die Aktionäre zu beeindrucken. Das Tafelsilber verkauft man jedoch nicht ohne jede Not“, sagte Höbel.

 

Stimmung wird schlechter

Knapp 90 Prozent der Beschäftigten befürchten nach einem Verkauf schlechtere Arbeitsbedingungen. Fast die Hälfte macht sich ernsthafte Sorgen um den Arbeitsplatz, ergab eine Umfrage bei den Beschäftigten aller Standorte in dieser Woche.

 

Ebenso schlecht beurteilen diese das künftige Image von Daimler. So sind zwei von drei Beschäftigten der Meinung Daimler werde an Ansehen verlieren.

 

Eckpunkte für die Zukunft

Zur Zukunftssicherung wurden von den Beschäftigten der MBVG Eckpunkte formuliert. Erwartet werden:

  • die Standortsicherung der ostdeutschen Betriebe 
  • Erhalt und die Sicherheit der Arbeitsplätze
  • Erhalt der hochwertigen Berufsausbildung
  • Absicherung tariflicher Standards und betrieblicher Regelungen
  • Erhalt der Mitbestimmung durch Betriebsräte sowie die Fortführung der Tarifbindung durch Mitgliedschaft im jeweiligen Arbeitgeberverband

Im Januar wird die neu gegründete Tarifkommission die oben genannte Eckpunkte als Tarifforderungen beschließen und über weitergehende Aktionen beraten.

 

Tarifinfo vom 17. Dezember 2014