IG Metall protestiert gegen Dumpinglöhne bei BMW-Zulieferern

  • 20.02.2008
  • md
  • Aktuelles

Mitglieder von IG Metall und Verdi protestierten am Dienstag vor dem BMW-Werk in Leipzig gegen Lohndumping bei Automobil-Zulieferern. „Mehrere Firmen, die für BMW arbeiten, versuchen sich seit längerem einer Tarifbindung zu entziehen. Das lassen sich die Beschäftigten nicht länger gefallen“, sagte Leipzigs IG-Metall-Chefin Sieglinde Merbitz.

Billiglohn für Qualitätsarbeit? Nicht mit uns

Protest gegen Dumpinglöhne: Metaller und Verdi-Mitglieder vor dem BMW-Haupteingang in Leipzig

Beschäftigte von Zulieferfirmen auf dem Werksgelände würden bis zu 50 Prozent schlechter entlohnt als Beschäftigte des Autobauers.

 

Deshalb gibt es zur Zeit Tarifauseinandersetzungen in drei Betrieben: Bei der Firma ThyssenKrupp Industrieservices (TKIN), die die Achsen für
BMW liefert, sowie beim Logistik-Unternehmen Schenker und der Rudolph Automotive Logistik GmbH.

 

Bei der Leipziger Niederlassung von Rudolph Automotive landete die  IG Metall in dieser Woche allerdings einen Erfolg. Das Unternehmen
hat überraschend mitgeteilt, dass jetzt auch im Leipziger Betrieb der vom
Landesverband Thüringen ausgehandelte Flächentarif gelte, sagte Merbitz. „Ohne unser beharrliches Ringen wäre der Abschluss nie zu Stande gekommen.“ Für ThyssenKrupp bestehe seit Ende 2006 ein Tarifvertrag. Seither seien die Entgelte zwar erhöht worden, das in der laufenden Tarifrunde vorgelegte Angebot ist aber laut Merbitz völlig
unzureichend. Gefordert werde eine Steigerung um rund 100 Euro.


Bei dem zum Bahnkonzern gehörenden Unternehmen Schenker Leipzig kämpfen die Mitarbeiter mit Unterstützung von Verdi seit Monaten um einen Haustarifvertrag – nach Mitteilung von Verdi-Fachgruppenleiter Frank Günther bislang ohne Ergebnis.