IG Metall startet Crowdworking-Portal

  • 30.04.2015
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  • Aktuelles

Die rasante Ausbreitung unsicherer und schlecht bezahlter Internet-Jobs nimmt die IG-Metall nicht länger tatenlos hin. Einen der gravierendsten Umbrüche der Arbeitswelt vollzieht sich als so genanntes Crowdworking. Wir starten ab dem 1. Mai eine neue Plattform für Crowdworker.

Beim "Crowdworking" werden Aufträge über digitale Plattformen vergeben und mithilfe der sogenannten Schwarmintelligenz abgearbeitet. Beispielsweise arbeiten an dem Entwurf eines Autos in den USA mehr als 40 000 Entwickler. Das Fahrzeug wurde dann in einem 3D-Drucker produziert und kann für 50 000 Euro erworben werden.

 

Erwerbsarbeit droht zur rechtsfreien Zone zu werden, in der global in virtuellen Räumen und ohne soziale Absicherung gehandelt wird. Die IG Metall geht davon aus, dass in Deutschland bereits mehr als eine Million Menschen auf Internet-Plattformen Aufgaben erledigen wie das Texten von Produktbeschreibungen oder das Entwerfen von Teilkonstruktionen.

 

Natürlich gibt es auch Vorteile, die die neuen Technik-Entwicklungen mit sich bringen – bezogen auf das internetbasierte Crowdwork bedeutet der potentielle Nutzen für die Crowdworker, zum Beispiel:

 

  • Leichterer Zugang zu Arbeit. Das ist besonders eine Chance für diejenigen, die bisher – aus verschiedensten Gründen – keinen Job auf dem Arbeitsmarkt gefunden haben
  • Individuelle Zeiteinteilung mit der Chance, Arbeit und Privatleben besser vereinbaren zu können
  • Hierarchiefreies Arbeiten
  • Mehr Freiräume für kreative Arbeit

Das sind die Möglichkeiten. Die Realität sieht leider noch oft anders aus.

Crowdworking ist das andere Ende von Industrie 4.0.

 

Wir gehen davon aus, dass der Anteil industrieller Dienstleistungen, die mittels Crowdsourcing erbracht werden, steigen wird. Es gibt mittlerweile Crowdworking-Angebote für die gesamten Wertschöpfungsketten in unseren Branchen.

 

Die IG Metall hat den Anspruch, die Arbeitsbedingungen entlang dieser Wertschöpfungsketten zu gestalten und die Beschäftigten entsprechend zu organisieren. Ob sie nun festangestellt, als Leiharbeiter/innen, mittels Werkvertrag oder als Crowdworker arbeiten. Die Website ist dafür ein wichtiges Instrument. Die vier wichtigsten Ziele, die wir anstreben:

  • Beratung
  • Vernetzung organisieren
  • Transparenz schaffen
  • Gegenmacht aufbauen

 

Die Seite ist auch ein Experiment, traditionelle Formen der Beratung mit kollaborativen Elementen (Vernetzung und Austausch) zu mixen. Sie funktioniert umso besser, je mehr sich dort einbringen und austauschen.

 

Die Website wird zweisprachig sein – deutsch / englisch. Herzstück der Internetseite ist der – weltweit einzigartige - Bereich „Crowdwatch“.

Damit stellen wir Crowdworkern ein Tool zur Verfügung, um die Fairness der Platt-formen, auf denen sie arbeiten, zu bewerten und diese Information anderen Crowd-arbeitern zugänglich zu machen. Sie können dort ihre Erfahrungen weitergeben und sowohl ihre Probleme als auch ihre positiven Erfahrungen benennen. Bewertungskriterien sind zum Beispiel:

  • Bezahlung: wie gut, wie zuverlässig, wie pünktlich
  • Kommunikation: klare Aufgabenbeschreibung? Reaktion auf Nachfragen seitens der Crowdworker. Unterstützung bei technischen Problemen.
  • Reputationssysteme: wie transparent und fair ist die Bewertung der Arbeitsergebnisse – hier gibt es besonders viel Willkür.

 

Kennzeichen von vielen Crowdworking-Plattformen ist die Unsichtbarkeit der Arbei-ter/innen und das absolute Informations- und Machtungleichgewicht zwischen Plattformen, Auftraggebern und Crowdworkern. Dieses Missverhältnis zugunsten von Crowdarbeitern zu korrigieren, ist ein zentrales Anliegen von

 

www.faircrowdwork.org.

 

Dieser Ansatz ist Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit mit Kolleginnen aus den USA und Indien, wo Crowdworking bereits sehr weit verbreitet ist.

 

Crowdworker-Servicetelefon

Haben Sie Fragen zu Ihrer Crowdarbeit? Rufen Sie an!

Als besonderen Service bietet die IG Metall kostenlose Unterstützung und Erstberatung über ihr Aktionsbüro in Dresden an.

 

0800 0638255

 

Montags bis Donnerstags 10-15.30 Uhr, Freitags: 9-12 Uhr

 

Hinweis
Die Informationen auf der Internetseite und die Auskünfte durch die Mitarbeiter/innen des Servicetelefons ersetzen nicht die Beratung durch einen Fachanwalt. Viele Fragen rund um Crowdworking sind Neuland – auch rechtliches Neuland. Deshalb können wir unter Umständen nicht alle Fragen sofort beantworten. Wir bemühen uns aber nach Kräften, Ihnen innerhalb von 24 Stunden weiterzuhelfen.

 

 

 


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