Jobs und Entgelt sichern! Sachsen-Metaller diskutierten Tarifziele 2010

  • 05.02.2010
  • md
  • Aktuelles

Arbeitszeitverkürzung sichert Beschäftigung – die flächendeckende Anwendung der Kurzarbeit bewirkte bundesweit den Erhalt von einer Million Arbeitsplätzen. „Diesen Kurs wollen wir beibehalten und denken dabei auch an die Stabilisierung des Entgelts“, unterstrich die Tarifsekretärin für die sächsische Metall- und Elektroindustrie, Jutta Ehlers, auf der Sitzung der Tarifkommission am 4. Februar in Dresden

In der aktuellen Tarifrunde geht es um eine Paketlösung,  die Jobs und Entgelte sichert. Stärker als sonst sei dabei zu berücksichtigen, dass die wirtschaftliche Lage der Betriebe besonders weit gefächert sei – von Betrieben, die voll ausgelastet sind, bis hin zu solchen, die ihren Auftragsmangel selbst mit Kurzarbeit  kaum überbrücken können.

 

Zum Stand der Sondierungsgespräche mit den Arbeitgebern berichtete Jutta Ehlers: Während es im Westen bereits bis zu fünf Gesprächsrunden gegeben hat, trafen sich die sächsischen Metallarbeitgeber einmal mit der IG Metall, in Berlin-Brandenburg gab es zwei Gespräche.. Die Herren Finger und Winkler bekundeten die Absicht, in Sachsen mit der IG Metall die Krise zu bewältigen. Jedoch wolle man vor einem neuen Treffen erst die Ergebnisse anderer Tarifgebiete abwarten. „Daraus folgt für uns: Wir müssen überlegen, wie wir unter diesen Bedingungen in Sachsen tarifpolitische Gestaltungskraft entwickeln“ sagte Jutta Ehlers. Gerade im Freistaat seien Modelle gefragt, die eine weitere Abwanderung der jungen Menschen aufzuhalten. Ein wichtiger Beitrag wäre die Ausweitung des garantierten Übernahmezeitraums nach erfolgreicher Ausbildung. 

 

Der  IG Metall-Vorstand wird am 9. Februar entscheiden, ob die Sondierungsgespräche genug Substanz haben, um noch vor Ende der Friedenspflicht Tarifverhandlungen zu beginnen Die  Metall-Tarifkommissionen von NRW und Baden-Württemberg stimmten auf ihren Sitzungen am 4. Februar  bereits dafür. Dabei ist klar: Wenn die Gespräche in Tarifverhandlungen münden, geht es um ein Jobpaket, also Arbeitsplätze und Entgelt.

 

Aus der Diskussion der Tarifkommission:

 

Frank Hinze, BMW Leipzig: „Wir haben keine Krise, arbeiten jetzt schon 41 Stunden pro Woche und kommen kaum hinterher. Die Kollegen wollen Geld sehen.“

 

Robert Döring, BMW Leipzig: „ Die Frage ist: Wie viele Arbeitsplätze können statistisch gesehen mit einer Absenkung der Arbeitszeit um wie viele Stunden gesichert werden? Und wie viele Stunden sichern wie viele Arbeitsplätze? Es ist wichtig, im Angestellten- und Arbeiterbereich die Leistungsverdichtung zu stoppen. Unsere Mitglieder fordern eine Besserstellung von IG Metall-Mitgliedern zu Nichtmitgliedern zu diskutieren und zu verhandeln. Unsere Kollegen fragen mich, warum das Vorgehen in der Tarifrunde beim Vorstand entschieden wird und nicht hier.“

 

Jürgen Zenker, LTB Leitungsbau Dresden: „Ich sehe das anders. Die Diskussion in unserer Tarifkommission ist Teil der Diskussion in der IG Metall., wie wir Beschäftigung durch die Krise bringen. Wir müssen sagen, was das für Sachsen heißt. Wir müssen Ideen entwickeln, die Jungen im Land zu halten.“  

 

Marko  Dittrich, Alstom Power Service GmbH: „Es geht auch um Solidarität. Meine Kollegen haben mir auf den Weg gegeben, für eine moderate Entgelterhöhung einzutreten. Unserem Betrieb geht es gut, aber wir haben jahrelangen Beschäftigungsabbau hinter uns und wissen, wie sich das anfühlt. Deshalb sagen unsere Kollegen, Beschäftigungssicherung geht vor. Aber beim Entgelt darf nichts verloren gehen.“

 

 

Thomas Fellmann, Bombardier Görlitz: „Beschäftigungssicherung? Unser Arbeitgeber kann und nicht  einmal mit 33 Stunden beschäftigen, denn es gibt nichts zu arbeiten. Warum müssen wir immer den Arbeitgebern etwas anbieten?“

 

Wilfried Fürstenau, Automobilmanufaktur VW Dresden: „Erwartungen an Entgeltzuwachs können wir erst nach der Krise haben. Wir diskutieren: Wie kann man Produktivitätssteigerungen in Arbeitszeit umrechnen? Wichtig in der Darstellung nach außen ist aus unserer Sicht: Wir sichern Standorte und Arbeitsplätze  langfristig nur mit einer Absenkung der Arbeitszeit.“


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