Kündigung der Tarifverträge für die ostdeutsche Stahlindustrie

  • 27.02.2009
  • mr
  • Aktuelles

Der Startschuss zur Tarifrunde 2009 ist gefallen: Die IG Metall-Tarifkommission für die ostdeutsche Stahlindustrie hat beschlossen, den Entgelttarifvertrag fristgerecht zum 31. März zu kündigen. Die Tarifforderung für die 8 000 Beschäftigten in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie Berlin-Ost wird aber erst am 27. März aufgestellt. Denn dann lässt sich die wirtschaftliche Lage der Branche besser einschätzen.

Die Folgen der Krise sind mehr oder weniger in den Betrieben angekommen, so Olivier Höbel, Verhandlungsführer für die ostdeutsche Stahlindustrie. Weiter führte er aus, dass es richtig sei, zuerst mit dem Abbau der Arbeitszeitkonten zu beginnen und dann mit der Einführung von Kurzarbeit. Der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung wurde bisher nicht angewendet.

 

Aus den betrieblichen Berichten geht hervor, dass die Folgen der Krise sich unterschiedlich auswirken. In einem Teil der Betriebe werden zur Zeit noch die Arbeitszeitkonten genutzt, um die Schichtausfälle zu kompensieren, aber teilweise wird ab März, spätestens ab April, Kurzarbeit eingeführt. In anderen Betrieben wird bereits Kurzarbeit angewendet. Alle Betriebe haben bereits Investitionen gestoppt oder werden diese zeitlich verzögert umsetzen.

 

Es gibt aber auch gute Nachrichten, Die Verschrottungsprämie

für Altautos – eine Idee der IG Metall – wirkt. Ford kann vorläufig auf Kurzarbeit verzichten, VW verkürzt die geplante Kurzarbeit, und Opel gibt bekannt, dass die Nachfrage nach Kleinwagen steigt. In vier Wochen muss diese Entwicklung neu bewertet werden. Die Lage ist nicht nur düster: „Anders als in früheren Abschwungphasen ist die Stahlindustrie heute wesentlich robuster aufgestellt und für schwierige Zeiten gerüstet.“ Das sagt Hans Jürgen Kerkhoff, der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

 

 

Es sei schwieriger geworden, die Konjunktur zu prognostizieren. „Deshalb werden wir dieses Mal erst kurz vor Auslaufen des alten Tarifvertrags unsere Tarifforderung für 2009 aufstellen. Wir werden uns dabei – wie immer – an Fakten orientieren: an der zu erwartenden Steigerung von Inflation und Produktivität in der Gesamtwirtschaft sowie an den Möglichkeiten der Branche. Jahrelang hat die Stahlindustrie geboomt. Jetzt sind wir aktuell in schwierigem Fahrwasser, und darauf müssen wir intelligent reagieren: Beschäftigung sichern, Einkommen stabilisieren und eine faire Altersteilzeit vereinbaren.“ So Höbel weiter. Das alles sei gefragt. Damit werden Zukunft und Beschäftigung gesichert.


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