Mehr als 500 Metaller von Samsung auf der Straße

  • 30.09.2005
  • md
  • Aktuelles

Wut über die angekündigte Schließung ihres Betriebes Ende 2005 brachte am Freitag mehr als 500 Metaller und Metallerinnen des Samsung-Bildröhrenwerks in Berlin-Oberschöneweide auf die Straße. Auf der zweiten Protestkundgebung in dieser Woche machte die Belegschaft klar: Sie ist entschlossen, den Verlust von 750 der 800 Arbeitsplätze nicht kampflos hinzunehmen. Die Kundgebungsteilnehmer forderten die Führung des südkoreanischen Konzerns auf, mit dem Betriebsrat und der IG Metall über Alternativen zur Schließung des Werks zu verhandeln. Für die kommende Woche sind weitere Aktionen der Metaller angekündigt worden.

Wut auf Samsung: Innovation verschlafen

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat für die Übernahme und Fortführung der Produktion des ehemaligen Werks für Fensehelektronik in Berlin-Oberschöneweide 30 Millionen Euro Fördergelder kassiert. Nun soll das Werk geschlossen werden, weil der Markt für Fernsehbildröhren schrunpft und zunehmend Flachbildfernsehgeräte nachgefragt werden. Die IG Metall sagt: Dies war eine absehbare Entwicklung. Die Annahme von Steuergeldern verpflichtet Firmen zu zusätzlicher Sorgfalt. Wenn das Management die innovative Entwicklung der Branche verschläft und nicht investiert, dürfen nicht die Beschäftigten dafür bestraft werden. Es gilt, intelligente Alternativen zur Schließung zu entwickeln.