Mercedes Benz Vertriebsgesellschaft macht kein Tarifangebot – IG Metall kündigt Warnstreiks an

  • 09.02.2015
  • md
  • Aktuelles, Tarif, Handwerk, Kfz

Der Tarifkonflikt bei der Mercedes Benz Vertriebsgesellschaft (MBVG), einer Tochter der Daimler AG, spitzt sich zu. Die Unruhe unter den rund 1 700 Beschäftigten wächst, nachdem Tarifverhandlungen der IG Metall mit der MBVG über den Erhalt der ostdeutschen Standorte und der Arbeitsbedingungen am Montag ohne Angebot der Arbeitgeber ergebnislos geblieben waren. Die Gewerkschaft will den Druck mit Warnstreiks erhöhen.

MBVG: Metaller wollen keine Hängepartie!

Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen, kritisierte den Kurs der MBVG und der Daimler AG. »Es gibt keine verbindlichen Zusagen für die Arbeitsplatz- und Standortsicherheit. Wir nehmen eine Verzögerung nicht mehr hin und erwarten jetzt schnell Klarheit und belastbare Vertragsgrundlagen. Mercedes verspielt seine Glaubwürdigkeit bei den eigenen Mitarbeitern und schädigt das eigene Image«, so Höbel.

 

Trotz schwarzer Zahlen der MBVG hält der Daimler-Vorstand weiter am Verkauf seiner Vertriebstochter im Osten fest. Die ostdeutschen Metallerinnen und Metaller trauen den vagen Versprechungen aus dem Mund der Arbeitgeber nicht. Sie wollen ihre Zukunft tariflich absichern. Betroffen sind über 1 700 Beschäftigte aller Betriebe in Rostock, Schwerin, Magdeburg, Berlin, Dresden und Leipzig. Russ & Janot GmbH in Erfurt wurde bereits verkauft.

 

Die Stimmung in den Standorten wird unterdessen deutlich schlechter. Knapp 90 Prozent der Beschäftigten befürchten nach einem Verkauf schlechtere Arbeitsbedingungen. Fast die Hälfte macht sich ernsthafte Sorgen um den Arbeitsplatz, ergab eine Umfrage bei den Beschäftigten aller Standorte. Ebenso schlecht beurteilen diese das künftige Image von Daimler. So sind zwei von drei Beschäftigten der Meinung, Daimler werde an Ansehen verlieren. Der vollständige Rückzug des eigenen Vertriebs von Mercedes Benz aus Ostdeutschland wird vollzogen, ohne mit den Betriebsräten und der IG Metall ein von diesen erarbeitetes Alternativkonzept zu diskutieren.


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