Metalldialog: IG Metall will mehr Chancen für Facharbeiter an Hochschulen

  • 29.10.2012
  • md
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Wer heute Fachkräfte für sich gewinnen will, muss attraktive Angebote machen - zum Beispiel Karrieremöglichkeiten über ein Hochschulstudium nach der betrieblichen Ausbildung. Das sagte IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel am Montag in Potsdam beim Metall-Dialog. Zu diesem Gesprächsforum treffen sich die Metall-Arbeitgeber und IG Metall regelmäßig mit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD).

Foto: transit - Christian von Polentz

Ministerpräsident Matthias Platzeck appellierte an die Jugendlichen in Brandenburg, ihre Möglichkeiten zu nutzen. Die Metallbranche biete interessante und breite Ausbildungsgänge. Sie "ist und bleibt ein Impulsgeber für die Wirtschaft", so Platzeck. Die Metall- und Elektroindustrie zähle zu den Schlüsselindustrien im Land, die besonders stark auf Fachkräfte angewiesen seien.

 

Der IG Metall-Bezirksleiter von Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel, sagte, Fachkräfte würdenvorrangig über betriebliche attraktive Ausbildungsangebote gewonnen. "Auch für Arbeitnehmer mit betrieblicher Ausbildung kann mehr Durchlässigkeit zu Hochschulen für eine berufliche Karriere in der Metall- und Elektroindustrie neue Perspektiven bringen. Die materielle Unterstützung ist hierbei deutlich ausbaufähig. Eine große Herausforderung sind die Schul- und Ausbildungsabbrecher. In Zusammenarbeit mit den Auszubildendenvertretungen im Betrieb könnten alle Beteiligten wirksam gegensteuern und durch fördernde Betriebspatenschaften für Schulklassen viel bewirken." 

 

Mit dem Tarifvertrag zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit hätten die Tarifpartner gutes Instrument für die Unternehmen geschaffen, Nachwuchskräfte an die betriebliche Ausbildung heranzuführen. "Wir brauchen eine offensive Willkommenskultur im Betrieb, in der auch praktische Angebote für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben unverzichtbar sind", erklärte Olivier Höbel abschließend.

 

Beim Metalldialog waren für die Landesregierung neben Ministerpräsident Platzeck auch Wissenschaftsministerin Sabine Kunst, Arbeitsminister Günter Baaske und Wirtschaftsstaatssekretär Henning Heidemanns anwesend. Die Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg ist eine der beschäftigungsreichsten und umsatzstärksten Einzelbranchen. Im August 2012 waren in Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten knapp 92.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Plus von mehr als 1.200 Arbeitnehmern oder gut 1,3 Prozent.