Metaller-Warnstreiks: Erste Welle rollt über Berlin, Brandenburg und Sachsen

  • 02.05.2012
  • md
  • Aktuelles

Die Metaller in Berlin, Brandenburg und Sachsen verstärkten am Mittwoch ihre Warnstreiks. Bisher beteiligten sich bereits mehr als 5 500 Beschäftigte aus zwölf Betrieben an den Demonstrationen, bei denen sie ihre Forderungen nach 6,5 Prozent mehr Entgelt, unbefristeter Übernahme der Ausgebildeten und fairer Leiharbeit Nachdruck verliehen. Bezirksleiter Olivier Höbel sagte: "Im Mittelpunkt unserer Tarifrunde stehen Teilhabe, Zukunftssicherheit und Solidarität. Da lassen wir bei keinem Thema locker!“

Foto: Igor Pastierovic

 

Mit Beginn der Frühschicht legten 250 Beschäftigte von Procter & Gamble (Gillette) in Berlin für rund zwei Stunden die Arbeit nieder. Bereits am Wochenende hatten sich nach dem Ende der Friedenspflicht 200 Beschäftigte aus dem Osram-Werk in Berlin an Warnstreiks beteiligt.

In Potsdam traten 50 Beschäftige von Mahle für zwei Stunden und in Ludwigsfelde rund 250 Beschäftigte von MTU in den Warnstreik.

Vor dem Zwickauer VW-Werk versammelten sich 3 500 Volkswagen-Beschäftigte zu einer Warnstreikkundgebung. Daran hatten sich zusätzlich rund 350 Metallerinnen und Metaller der Zulieferer GKN, SAS und Sumitomo beteiligt.

Olivier Höbel erklärte: „Die Beschäftigten haben kein Verständnis für die offensichtliche Verweigerungshaltung der Arbeitgeber in den bisherigen Verhandlungen. Daher werden die Warnstreiks mit hoher Intensität fortgesetzt. Es bleibt nicht mehr viel Zeit für eine friedliche Verhandlungslösung.“

Bernd Osterloh, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Volkswagen, bekräftigte in seiner Ansprache die Entschlossenheit aller VW-Beschäftigten, auch für die Übernahme der Ausgebildeten sowie für faire Einkommen und geregelter Leiharbeit einzutreten. Zum Lösungsvorschlag der Arbeitgeber sagte er: „Das ist kein Angebot, das ist eine Frechheit“.

Im Chemnitzer Motorenwerk von Volkswagen beteiligten sich zum Schichtwechsel 600 Beschäftigte am Warnstreik vor dem Tor. In Dresden versammelten sich rund 270 Beschäftigte der Automobilmanufaktur, ThyssenKrupp Aufzüge sowie Cooolcase für eine einstündige Kundgebung auf dem Straßburger Platz.

Die IG Metall setzt ihre Warnstreiks am Donnerstag in Berlin, Brandenburg und Sachsen mit rund 8 000 Kolleginnen und Kollegen aus mehreren Betrieben fort.

 


Drucken Drucken