Mit allen drei Forderungen durchs Ziel: IG Metall-Tarifkommissionen für Sachsen und Volkswagen diskutieren Tarifergebnis

  • 22.05.2012
  • md
  • Aktuelles

Die IG Metall-Tarifkommissionen für Sachsen und Volkswagen bewerten das Ergebnis der Tarifrunde 2012 durchweg positiv: "4,3 Prozent mehr Entgelt geholt und die Totalverweigerung der Arbeitgeber bei den Themen Übernahme und Leiharbeit aufgebrochen - das ist Euer Erfolg, der Erfolg kraftvoller Warnstreiks, bei denen weit über 30 000 Metallerinnen und Metaller vor die Werktore gezogen sind", sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen am Dienstag auf der Sitzung der Tarifkommissionen Sachsen und Volkswagen in Radebeul. Insbesondere bei der Leiharbeit sei nicht alles abschließend geregelt. "Aber wir sind ein gutes Stück auf dem Weg vorangekommen."

Tarifkommissionen für Sachsen und VW am 22. Mai in Radebeul. Foto: IG Metall

"Im Kern haben wir unsere Forderungen durchgesetzt: Die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten wird jetzt zur Regel in der Metall- und Elektroindustrie. Und Betriebsräte können beim Einsatz von Leiharbeit endlich mitbestimmen", sagte Höbel.  

 

Unbefristete Übernahme der Ausgebildeten wird Regelfall

Mit Blick auf die Übernahmepraxis in den Betrieben wurde der bisher geltende Grundsatz der befristeten Übernahme nach bestandener Ausbildung umgekehrt, denn künftig werden alle Ausgebildeten auf Dauer eingestellt. Die bisher vorherrschende Arbeitgeberwillkür bei der Übernahme wurde nun durch transparente Regeln ersetzt. Hofmann: „Das schafft für die junge Generation genau die Perspektiven, die wir erreichen wollten. Sie müssen jetzt nach bestandener Prüfung nicht mehr mit der Unsicherheit kämpfen, wie es für sie weiter geht."

Gegen eine unbefristete Übernahme stehen lediglich akute Beschäftigungsprobleme des Betriebes, Ausbildung über Bedarf oder personenbedingte Gründe. Die drei Ausnahmemöglichkeiten hatte die IG Metall selbst als erforderlich vorgeschlagen.

 

Mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit

Beim Thema Leiharbeit haben die Betriebsräte durch den neuen Tarifvertrag erstmals auch ein wirksames Zustimmungsverweigerungsrecht, das auch vor den Arbeitsgerichten belastbar ist. Demnach können Betriebsräte dem Einsatz von Leiharbeit widersprechen, wenn sie zu feststellbaren Beeinträchtigungen der Entgelt- und Arbeitsbedingungen sowie zur Gefährdung von Arbeitsplätzen führen. Und erstmals regelt ein Tarifvertrag die Einsatzbedingungen von Leiharbeit im Betrieb. Hinzu kommt die Tatsache, dass Leiharbeit nicht länger eine Endlosschleife ist.

 

Leiharbeitern muss spätestens nach 24 Monaten vom Entleihbetrieb ein Angebot für eine Übernahme gemacht werden. Und Betriebsräte müssen künftig regelmäßig über den Umfang und die Einsatzbereiche von Leiharbeit informiert werden.

Höbel: „Das versetzt die Betriebsräte in eine ganz andere neue Position. Sie haben nun  Hebel in der Hand, die sie bisher nicht bedienen konnten. Wir sind einen wesentlichen Schritt vorangekommtn, um unternehmerische Willkür, Lohndumping und die Verdrängung von Stammarbeitsplätzen durch Leiharbeit zu beenden."

 

Höchstes Entgeltplus seit 20 Jahren

4,3 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten auf 13 Monate - damit setzte die IG Metall in dieser Tarifrunde die kräftigste dauerhafte Entgelterhöhung seit gut 20 Jahren durch. Höbel: „Die Beschäftigten erhalten nicht nur einen Ausgleich für die gestiegenen Preise und die wachsende Produktivität. Sie werden fair am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen beteiligt, den sie durch ihre Arbeit erst möglich gemacht haben."

 


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