Neuer globaler Rechtsindex des IGB: Wo es Arbeitnehmern am schlechtesten ergeht

  • 20.05.2014
  • md
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Der IGB hat auf seinem Weltkongress in Berlin erstmals einen Index über die weltweite Lage zu den Gewerkschaftsrechten veröffentlicht. Dieser bewertet 139 Länder anhand von 97 international anerkannten Indikatoren. Ziel war festzustellen, wo Arbeitnehmerrechte sowohl in der Gesetzgebung als auch in der Praxis am besten geschützt werden.

"Der Entwicklungsstand eines Landes hat sich als schlechter Indikator dafür erwiesen, ob das Grundrecht auf Tarifverhandlungen, auf Streiks für menschenwürdige Arbeitsbedingungen oder einen Gewerkschaftsbeitritt respektiert wird", kommentierte die IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow die Ergebnisse. Dem Index zufolge gehören Länder wie Deutschland, Dänemark und Uruguay mit der Note 1 dank ihrer strengen Gesetze zu den Spitzenreitern. Griechenland, die USA und Hongkong schnitten erheblich schlechter ab.

 

Der Globale Rechtsindex des IGB liefert jetzt zum ersten Mal sorgfältig überprüfte Informationen aus den letzten zwölf Monaten in einem benutzerfreundlichen Format, so dass jede Regierung und jedes Unternehmen sehen kann, wie ihre Gesetze und Lieferketten abschneiden.

 

In Kambodscha fallen zahlreiche Staatsbedienstete nicht unter das Arbeitsgesetz. Das Recht auf die Wahl von Gewerkschaftsvertretern wird übermäßig eingeschränkt. , 2013 reagierte die Regierung mit tödlicher Gewalt auf Demonstrationen von Beschäftigten, die menschenwürdige Löhne und Arbeitsbedingungen forderten. Das Land wurde daher mit 5 bewertet. Nur Länder, in denen das rechtsstaatliche System vollkommen zusammengebrochen ist, haben noch schlechter abgeschnitten.

 

Im Nahen Osten gestattet Katar seinen zahlreichen ausländischen Arbeitskräften bisher weiterhin überhaupt keine gewerkschaftliche Organisierung, und in Lateinamerika war Guatemala eins der schlimmsten Länder für erwerbstätige Menschen, ohne jegliche Rechtsgarantien.

 

Der Globale Rechtsindex des IGB bewertet die Länder anhand von 97 Indikatoren. Die daraus resultierende Punktzahl ergibt ein Rating von 1 bis 5:

1 – Unregelmäßige (gelegentliche) Rechtsverletzungen: 18 Länder, darunter Deutschland, Dänemark und Uruguay;
2 – Wiederholte Rechtsverletzungen: 26 Länder, darunter Japan und die Schweiz;
3 – Regelmäßige Rechtsverletzungen: 33 Länder, darunter Chile und Ghana;
4 – Systematische Rechtsverletzungen: 30 Länder, darunter Kenia und die USA;
5 – Rechte nicht garantiert: 24 Länder, darunter Weißrussland, Bangladesch und Katar;
5+ - Rechte nicht garantiert wegen des Zusammenbruchs der Rechtsstaatlichkeit: 8 Länder, darunter die Zentralafrikanische Republik und Somalia.

 

 

 


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