Gewerkschaftstag

Sechs Redner aus unserem Bezirk in der Arbeitszeitdebatte: Mehr Souveränität für alle erreichen

  • 23.10.2015
  • md
  • Aktuelles

Arbeitszeit wird in den kommenden Jahren breiten Raum in der Tarifpolitik der IG Metall einnehmen. Am Freitagnachmittag widmeten sich die Delegierten diesem Thema. Für die ostdeutschen Tarifgebiete ist es wichtig, weil hier noch die Angleichung der Wochenarbeitszeit an Westdeutschland aussteht – ein Thema, das sich einreiht in eine neue bundesweite Arbeitszeitdiskussion, bei der es um sehr viel mehr geht als die 35-Stunden-Woche.

Foto: IG Metall

Für die kommenden Jahre hatte der Erste Vorsitzende Jörg Hofmannin seinem Zukunftsreferat eine breit angelegte  Kampagne zur Arbeitszeit angekündigt. Ihr Ziel: Den Beschäftigten Spielräume für einen souveränen Umgang mit der eigenen Arbeits- und Freizeit zu eröffnen.

 

Am Freitag meldeten sich sechs Redner aus dem Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen zur Arbeitszeit zu Wort: Uwe Kunstmann, Uwe Jahn, Jan Andrä, Jörg-Michael Kutz, Stefan Kademann und Carmen Bahlo betonten die Bedeutung der 35-Stunden-Woche, die die Metaller den 80er Jahren in harten Auseinandersetzungen mit den Arbeitgebern errungen haben. Alle würdigten die Tatsache, dass die »35« und eine Kampagne zur Arbeitszeit im Zukunftsreferat des Ersten Vorsitzenden, Jörg Hofmann, eine große Rolle spielte. Nach der Entschließung zum Leitantrag ist dieses Thema nunmehr Programm der IG Metall.

 

Hoher Organisationsgrad ist unser Fundament
Uwe Kunstmann (Volkswagen Sachsen) betonte, dass für tarifliche Verbesserungen in der Arbeitszeitfrage ein hoher Organisationsgrad erforderlich ist. Darum kümmert er sich jeden Tag neu.

 

Stolz auf das stählerne Herz der 35 in Sachsen

Uwe Jahn (Gröditzer Stahlwerke) bestätigte: »Die 35-Stunden-Woche wurde 2003 in der ostdeutschen Stahlindustrie mit einem hohen Organisationsgrad in den Betrieben durchgesetzt. Ich bin stolz auf das stählerne Herz der 35 in Sachsen.« Für die Umsetzung von kürzeren Wochenarbeitszeiten sei es wichtig, den daraus erwachsenden Leistungsdruck im Fokus zu behalten und Leistungs-Mitbestimmung durchzusetzen. Mehrarbeit müsse grundsätzlich in Freizeit ausgeglichen werden, empfahl er betroffenen Betriebsräten aus eigener Erfahrung. Die Mitbestimmung müsse in allen Leistungsfragen und bei der Personalbemessung gestärkt werden. 

 

Thema Arbeitszeit stärker ins öffentliche Bewusstsein heben

Jan Andrä (Volkswagen Sachsen) will das Thema so breit wie möglich ins öffentliche Bewusstsein rücken. Er  stellte einen Kurzfilm vor, in dem Metaller aus Sachsen mit einer 35-km-Radtour durchs Vogtland auf ihr Ziel aufmerksam machen.

 

Ohne 35 im Osten wächst der Druck auf Westtarifgebiete

Die Unterschiede der tariflichen Arbeitszeit bringen tarifgebundene Betriebe im Westen unter Druck, unterstrich Jörg-Michael Kutz, Procter&Gamble (Gillette) Berlin (West). »Das haben wir dieses Jahr bei einer harten betrieblichen Auseinandersetzung um den Erhalt unseres Standorts erfahren müssen«, berichtete er. IG Metall und Betriebsrat hätten schmerzhafte Kompromisse eingehen müssen. »Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir Arbeitszeit-Standards nicht über Betriebsvereinbarungen halten werden. Wir brauchen dafür Tarifverträge.«

 

Stolz auf unsere Mitgliederentwicklung
Stefan Kademann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau, betonte den Gestaltungsanspruch der Metaller in der Arbeitszeitpolitik. »Ich bin stolz auf das, was gemacht wurde und wird, insbesondere unsere Erfolge beim Mitgliederwachstum.« Das Thema 35-Stunden-Woche sei wichtig für die Gesamtorganisation. Es sei notwendig, die Arbeitszeit-Kampagne ernsthaft und mit Unterstützung aller Metaller in Ost und West zu führen.

 

Arbeitszeit ist Thema des gesamten Bezirks
Carmen Bahlo (ZF Brandenburg) unterstrich, das Thema Arbeitszeit spiele im gesamten Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen eine große Rolle. Insbesondere für junge Leute sei dies ein relevantes Zukunftsthema. »Es geht um mehr Gerechtigkeit, mehr Sicherheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und um unsere Gesundheit«, sagte Bahlo.

 


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