Stärker werden mit Europa: Treffen von Gewerkschaftern aus Polen, Ungarn und der Bundesrepublik in Berlin

  • 20.04.2010
  • md
  • Aktuelles

Die Metallbranche kämpft gegen die Krise. Metallgewerkschafter aus Polen, Ungarn und der Bundesrepublik tauschten sich vom 14. bis 16. April auf einer Konferenz in Berlin aus, worauf es jetzt ankommt. Das Ergebnis: Mitbestimmung und soziale Standards müssen verteidigt und ausgebaut werden. Zu Beginn der Veranstaltung sprachen die Teilnehmer den polnischen Kollegen ihr herzliches Beileid zum tragischen Flugzeugunglück in Russland aus, bei dem Polen neben seinem Präsidenten viele politische und wirtschaftliche Führungskräfte verlor.

Die Krise meistern: Erfahrungsaustausch in Berlin

Deutschland, Polen, Ungarn: In der Wirtschaftskrise sehen sich Gewerkschaften überall mit einer Aufweichung tariflicher und sozialer Standards konfrontiert. »Die Arbeitswelt wird wieder unsicherer, gewerkschaftlicher Schutz notwendiger«, sagte Frank Hantke, der viele Jahre für die Friedrich-Ebert-Stiftung  in Osteuropa war. Seine These: »Wir stehen an vielen Stellen heute wieder da, wo wir vor 100 Jahren schon einmal waren.« Die im  vorigen Jahrhundert errungenen  nationalenRegelungen stießen in der globalisierten Welt an ihre Grenzen.


Kollegen aus Polen und Ungarn berichteten über ihre Probleme, die unseren sehr ähneln: Junge Menschen schaffen nur schwer  den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Auf breiter Front wird die Tarifautonomie angegriffen. Immer mehr Menschen können von ihrer Arbeit nicht leben. Die Belegschaften werden kleiner und bunter: Neben vollbeschäftigten  Kräften arbeiten Praktikanten, Leiharbeiter und Niedriglöhner.


Piotr Glodzik von MAN Poznan berichtete: »Wir haben 50 Prozent prekär beschäftigte junge Leute im Werk, die sprechen wir mit neuen Ideen an.« Herta Mayer von der ungarischen Metallgewerkschaft VASAS sagte: »Wir müssen die neuen Kommunikationsmittel und -wege nutzen, um Jugendliche anzusprechen.«

 

Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, sagte: »Eine konsequente Interessenvertretung lohnt sich. Bei uns wächst jetzt das dritte Jahr in Folge die Zahl der jungen Mitglieder überproportional.« Auch aus den Reihen der Leiharbeitskräfte gebe es viele neue Mitglieder, weil diese sich von der IG Metall vertreten fühlten.


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