Stahl Ost: Tarifrunde 2010 hat begonnen

  • 01.07.2010
  • md
  • Aktuelles

Die Tarifkommission für die ostdeutsche Stahlindustrie hat am 1. Juli in Berlin die Tarifverträge für Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen fristgerecht zum 31. August gekündigt.

EKO-Stahl Eisenhüttenstadt

Damit beginnt nun in den Betrieben die Diskussion, mit welchen Forderungen die IG Metall in die Verhandlungen mit den Arbeitgebern gehen soll. "Die Krise hat auch in der Stahlbranche hart zugeschlagen, und es wird noch einige Zeit dauern, bis das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht ist", sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. Vor allem durch Kurzarbeit seien viele Arbeitsplätze in der ostdeutschen Stahlindustrie vor Vernichtung bewahrt worden. Die Arbeitnehmer hätten mit Einkommenseinbußen ihren Beitrag geleistet, um die Krise zu bewältigen. "Es ist völlig klar, dass wir im  Aufschwung nun auch unseren Anteil haben wollen", sagte Höbel.

 

Die Mitglieder der Tarifkommission machten deutlich, dass ihre Kolleginnen und Kollegen in erster Linie mehr Geld, aber auch Beschäftigungssicherung erwarten. Für Leiharbeiter in der Branche sollen faire Arbeitsbedingungen ausgehandelt und Kriterien für deren Einsatz aufgestellt werden. Großes Gewicht haben auch die Folgen der demografischen Entwicklung, die sich in den ostdeutschen Bundesländern schärfer zeigen als im Westen. So gelte es, den Jungen eine gute Ausbildung und danach berufliche Perspektiven zu eröffnen. Gleichzeitig müssen faire Ausstiegsmöglichkeiten für Ältere geschaffen werden.

 

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