Stahlindustrie Ost: Ab Juli mehr Geld und Mitsprache bei Werkverträgen

  • 10.07.2014
  • bg
  • Aktuelles, Stahl, Tarif

Die 8 000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie erhalten ab Juli 2,3 Prozent höhere Tarifeinkommen. Eine zweite Tarifanhebung in Höhe von 1,7 Prozent erfolgt zum 1. Mai 2015. Alle Azubis erhalten 36 Euro mehr. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 17 Monaten bis zum 31. Oktober 2015. Darauf haben sich die IG Metall und der Arbeitgeberverband geeinigt, nachdem es bereits am Dienstagmorgen einen Abschluss für die nordwestdeutsche Stahlindustrie gab. Die einberufene IG Metall-Tarifkommission hat dem Tarifergebnis in Berlin einstimmig zugestimmt. Flugblatt

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Olivier Höbel, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, erklärte dazu: „Mit dem Tarifergebnis haben wir zwei wichtige Ziele erreicht: eine angemessene zweistufige Entgelterhöhung sowie Regelungen durch Mitbestimmung der Betriebsräte gegen den Missbrauch von Werkverträgen. Gerade in Ostdeutschland ist das ein wegweisender Schritt für mehr Mitbestimmung in der Arbeitswelt und ein weichenstellendes Signal für mehr Rechte der Werkvertrag-Arbeitnehmer.“


Die Tarifeinigung sieht zudem vor, dass die unbefristete Übernahme für Ausgebildete in das Jahr 2018 verlängert wird. Ältere können auch künftig früher aus dem Betrieb ausscheiden. Die Ansprüche der Beschäftigten aus dem Tarifvertrag zur Altersteilzeit bleiben auch nach der Einführung der Rente mit 63 und 45 Beitragsjahren erhalten. Wer sich in einer laufenden Altersteilzeit befindet, behält seinen Anspruch auf die 85-prozentige Nettoentgeltabsicherung.
 

Bewegung in die Tarifverhandlungen brachte die gute Beteiligung bei den Warnstreiks. Die Beschäftigten dokumentierten ihre Entschlossenheit und standen fest hinter den Forderungen der IG Metall. Nicht zuletzt ist die Zahl der in der IG Metall organisierten Mitglieder die entscheidende Voraussetzung, um auf gleicher Augenhöhe gute Ergebnisse zu erzielen: Die Anzahl der Unorganisierten in der Stahlindsutrie ist in der Regel geringer als der Krankenstand.

 

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