Tarifabschluss 2012 für Berlin und Brandenburg: 4,3 Prozent Entgelt-Plus, unbefristete Übernahme, mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit

  • 23.05.2012
  • md
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Die Metall-Tarifrunde 2012 für Berlin und Brandenburg ist zu Ende. IG Metall und Arbeitgeberverband einigten sich am Mittwoch in Berlin auf die Übernahme des Pilotabschlusses vom vorigen Wochenende aus Baden-Württemberg. Der Abschluss sei ein Ergebnis des großen Engagements der Mitglieder in Warnstreiks, Kundgebungen und Aktionen, sagte IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel. „Die Demonstration von Entschlossenheit und Geschlossenheit der IG Metall hat bewirkt, dass die Arbeitgeber sich von ihrer Totalverweigerung verabschieden mussten", so Höbel.

Die Verhandlungsführer des VME, Moschko (li), und der IG Metall, Höbel schlossen Frieden für die Metallindustrie

Die rund 100.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg erhalten rückwirkend zum 1. Mai 4,3 Prozent mehr Geld. Auszubildende werden nach bestandener Prüfung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

 

Schulabgänger, die noch nicht ausbildungsreif sind, werden künftig gefördert und zur Ausbildungsreife geführt.

 

Leiharbeiter erhalten spätestens nach zwei Jahren ein Angebot zur Festanstellung. Betriebsräte können beim geplanten Einsatz von Leiharbeitern ihr Veto einlegen und müssen stärker beteiligt werden.

 

IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Olivier Höbel sagte: „Die Entgelterhöhung von 4,3 Prozent bringt den Beschäftigten ein reales Plus und sichert die Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Der Grundsatz der unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten gibt der Jugend eine Zukunft in der Branche und eine echte Perspektive, hier in unserer Region zu bleiben. Zusätzlich werden durch die Förderung noch nicht ausbildungsreifer Schulabsolventen grundlegende Fertigkeiten für die Ausbildungsreife angestrebt." 

 

Das Ergebnis für die Leiharbeiter in Berlin-Brandenburg nannte Höbel „doppelt wertvoll". Laut eigener Erhebung vom November 2011 waren 55 Prozent der Leiharbeiter bereits länger als zwölf Monate im Einsatzbetrieb tätig. Für viele Leihkräfte könne daraus ein Angebot zur Festanstellung erwachsen. „Wovor sich die Politik seit Jahren drückt, das haben wir in der Metall- und Elektroindustrie verbindlich festgelegt: Jetzt ist die Höchsteinsatzdauer wieder klar", sagte Höbel.

 

Höbel lobte den Abschluss vom Dienstagmorgen mit den Leiharbeitsverbänden BAP und iGZ über die Einführung stufenweiser Branchenzuschläge ab November: „Das ist ein erster aber sehr wichtiger Schritt zu mehr Menschenwürde und Fairness für Leiharbeiter. Vielen Leihkräften in der untersten Einstufung ersparen wir durch garantierte Branchenzuschläge von 170 bis 568 Euro im Monat künftig die schändliche Hartz-IV-Aufstockung."

 

Für die IG Metall ist das Thema Leiharbeit noch nicht völlig gelöst. „Es besteht nach wie vor ein hoher Handlungsdruck: Zu viele Leiharbeitskräfte seien zu lange in Betrieben eingesetzt,  beispielsweise im Handwerk, so Höbel. "Es reicht nicht aus, wenn die Bundesregierung ihre Verantwortung auf die Tarifvertragsparteien abwälzt und in der Frage gleiches Geld für gleiche Arbeit Hintertüren und Schlupflöcher offen lässt", so Bezirksleiter Höbel.


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