Tarifergebnis für Stahl Nordwest – IG Metall will im Osten nachziehen

  • 22.11.2011
  • md
  • Aktuelles

3,8 Prozent höhere Einkommen, unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und eilne Verlängerung der Altersteilzeit – darauf einigten sich IG Metall und Arbeitgeber am Dienstagmorgen in Düsseldorf. Die IG Metall will nun im Osten nachziehen. "Wir wollen dieses Tarifergebnis übernehmen und streben einen schnellstmöglichen Verhandlungstermin mit den ostdeutschen Stahlarbeitgebern an", sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen.

Stahlarbeiter bei ThyssenKrupp: 3,8 Prozent Plus

Mit dem Verhandlungsergebnis im Westen wurde der Tarifvertrag zur Altersteilzeit verbessert und verlängert. Die Tariferhöhung von 3,8 Prozent gilt ab 1. Dezember 2011 bis 28. Februar 2013. Der Tarifvertrag hat damit eine Gsamtlaufzeit von 16 Monaten.

Unbefristete Übernahme

Die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten wird zur Regel. Davon können die Arbeitgeber nur bei einer Ausbildung über Bedarf oder bei akuten Beschäftigungsproblemen abweichen. Diesen Abweichungen vom Tarifvertrag müssen Betriebsräte zustimmen. Konfliktfälle werden im Zweifel durch eine tarifvertragliche Einigungsstelle entschieden.

Für die derzeitigen Auszubildenden im Nordwesten wurde eine Übergangsregelung vereinbart. Damit werden auch diese zum überwiegenden Teil unbefristet übernommen. Wird bei ihnen auf der Grundlage der jeweiligen betrieblichen Personalbedarfsplanung drei Monate vor Ausbildungsende eine Ausbildung über Bedarf festgestellt, kann davon abgewichen werden. In diesen dann festgestellten Fällen gilt aber mindestens ein einjähriger Anspruch auf Übernahme, in Härtefällen ein zweijähriger Übernahmeanspruch. Die Auszubildenden im derzeitigen vierten Ausbildungsjahr haben weiterhin den Anspruch auf ein zweijährige Übernahme.

Verhandlungserfolg auch für ältere Beschäftigte

Der Tarifvertrag zur Altersteilzeit wird verlängert. Darüber hinaus verabredeten die Tarifpartner, den Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung von 95 auf 100 Prozent aufzustocken. Über neue Modelle zum fairen Altersausstieg wird in einer Arbeitsgruppe weiter verhandelt. Die IG Metall und die Arbeitgeber vereinbarten verbindlich, bis zum Ende der Laufzeit des Tarifvertrages Ergebnisse zu erzielen.

Mitglieder und Beteiligung ermöglichten den Erfolg

Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter in Nordrhein-Westfalen: "Unser Ziel haben wir erreicht. Alle Beschäftigten bekommen ordentlich mehr Geld. Ein Plus für unsere Mitglieder, finanzierbar für die Unternehmen. Und wir haben die Übernahme für Ausgebildete durchgesetzt. Unbefristet, ab sofort, als Regelfall für die Stahlindustrie. Zudem gilt: die Älteren werden auch künftig früher ausscheiden können. Unsere vielen Mitglieder und deren hohe Beteiligung ermöglichten diesen Erfolg. Mit stark organisierten Belegschaften sind gute Tarifverträge und tarifpolitische Innovationen machbar."

Die IG Metall-Tarifkommission wird heute um 10 Uhr in der Bezirksleitung der IG Metall NRW über das erzielte Verhandlungsergebnis beraten.


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