Pressemitteilung

Tesla-Management startet Schmutzkampagne

10.02.2026 | Heute um kurz vor 17 Uhr schickte Tesla-Werkleiter André Thierig eine E-Mail an alle Tesla-Beschäftigten im Werk in Grünheide. Darin behauptet er, ein Gewerkschaftssekretär der IG Metall habe die heutige Betriebsratssitzung aufgezeichnet und damit eine Straftat begangen.

Dazu die Gruppe „IG Metall – Tesla Workers GFBB“ im Tesla Betriebsrat:

„Diese Behauptung ist eine ebenso dreiste wie kalkulierte Lüge. In Wirklichkeit ist folgendes passiert: Seit der letzten Betriebsratswahl laden wir als IG Metall – Tesla Workers zu jeder Sitzung des Betriebsrats einen unserer Gewerkschaftssekretäre ein. Auf der heutigen Betriebsratssitzung behauptete plötzlich ein Betriebsrat der Arbeitgeberfraktion, unser Kollege von der IG Metall würde die Sitzung mit seinem Laptop aufzeichnen.

Der Rest erschien uns wie ein abgekartetes Spiel: Die Betriebsratsvorsitzende gab dem Kollegen keine Möglichkeit, die Vorwürfe zu entkräften. Sie unterbrach sofort die Sitzung, rief den Werkschutz und später die Polizei, die zur Aufklärung der Vorwürfe den Laptop beschlagnahmte. Als wir unseren Kollegen nach der Zeugenbefragung aus dem Werk begleiteten, wartete bereits ein Tesla-eigener Kameramann vor der Tür und fotografierte. Wenige Stunden danach schlachtete Werkleiter Thierig in einer Mail an die Belegschaft den angeblichen Vorfall aus. 

Hintergrund sind die bevorstehenden Betriebsratswahlen. Als Liste 1 „IG Metall – Tesla Workers GFBB“ treten wir an, um dafür zu kämpfen, dass alle hier für ihre Arbeit fair bezahlt werden, dass bei Tesla niemand von der Arbeit krank werden muss, dass alle mit Respekt behandelt werden, nicht wie Maschinen und nicht wie Untertanen.

Davor hat die Werkleitung Angst. Sie will auch für die nächsten vier Jahre einen Betriebsrat, der ausschließlich tut, was die Werkleitung will. Dafür ist dem Arbeitgeber und seinen Arbeitgeber-Betriebsräten offenbar jedes Mittel recht. Unsere Meinung ist: Dieser „Vorfall“ ist der Versuch, für den Wahlkampf einen Skandal zu produzieren.“

Jan Otto, Leiter des IG Metall Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Harte Wahlkämpfe sind wir gewöhnt. Dass Arbeitgeber Angst vor IG Metall-Mehrheiten im Betriebsrat haben auch. Aber hier ist jedes Maß und offenbar auch jedes demokratische Bewusstsein verloren gegangen. Das Management kann mit fairen Mitteln nicht gewinnen. Deswegen greifen sie jetzt zu solchen Methoden. Mit fingierten Vorwürfen Wahlen zu beeinflussen, erinnert uns an das Vorgehen autoritärer Regime. Und das mitten in Deutschland. Dass hier überhaupt die Polizei genötigt wird zu ermitteln, ist absurd. Die hat genug Wichtiges zu tun. Sie werden nichts finden. Wir sind bereit dabei, rechtlich gegen die Verantwortlichen für diese Schmutzkampagne vorzugehen.“

Von: mr

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