Aufzugsbranche

Verhandlungsauftakt für höhere Auslöse bei Haushahn

29.07.2025 | Lange Wege, keine Vergütung, und nur eine Mini-Pauschale: Für viele Haushahn-Beschäftigte ist die Auslöse für den Weg zum Arbeitseinsatz ein tägliches Ärgernis. Damit soll jetzt Schluss sein. Die IG Metall fordert eine deutliche Erhöhung um 50% – und bekommt viel Rückhalt aus der Belegschaft.

Die Beschäftigten von Haushahn stehen zu ihrer Forderung. Hier die Betriebsversammlung in Korntal...

und die Betriebsversammlung in Karlsruhe. Fotos: IG Metall.

„Rauf mit der Auslöse“ fordern die Beschäftigten des Aufzug- und Rolltreppen-Spezialisten Haushahn. Die geringe Entschädigung für den Weg zum Arbeitsort war ein zentrales Thema auf der jüngsten Betriebsversammlung Ende Juli. Seit 2002 sind die Pauschalsätze für die Anfahrten zum Einsatzort für die Servicetechniker und Monteure nicht gestiegen. Das ärgert nicht nur alle, die jeden Tag für die Kunden unterwegs sind, sondern auch ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Büro. Sie solidarisierten sich mit der Forderung.

Die Höhe der Auslöse richtet sich nach der Entfernung zwischen Ausgangspunkt und Montagestelle. Bis 7 km Entfernung erhalten die Beschäftigten lediglich eine Fahrtkostenpauschale in Höhe von 2,50 Euro. Ein Kollege berichtet am Rande der Betriebsversammlung: „Gerade in der Großstadt brauche ich für kurze Strecken von 5 oder 6 km aufgrund von Baustellen und Staus oft eine halbe Stunde oder länger. Das zählt nicht als Arbeitszeit. Die aktuelle Pauschale von 2,50 Euro ist wirklichkeitsfremd.“ Die IG Metall will deshalb diese sogenannte Zone 0 streichen.

Die gewählte Tarifkommission bei Haushahn hat im Frühjahr außerdem als Tarifforderung beschlossen, dass die Auslösesätze insgesamt um 50 % steigen sollen. „Die Forderung ist mehr als gerechtfertigt angesichts von mehr als 20 Jahren Stillstand bei der Auslöse“, sagt der zuständige Tarifsekretär Thomas Weber. „Seit 2002 sind nicht nur die Aufwendungen der Servicetechniker und Monteure deutlich gestiegen. Mehr Verkehr, hoher Arbeitsdruck, komplexere Anlagen und ständige Erreichbarkeit führen im Ergebnis zu hohen Belastungen der Beschäftigten. Deshalb wollen wir mit dem Unternehmen auch über Maßnahmen zum Belastungsabbau reden.“

Am 24. Juli 2025 fand in Stuttgart die erste Tarifverhandlung statt. Das Unternehmen zeigt sich zwar gesprächsbereit, lehnt die von der IG Metall geforderte Erhöhung der Auslöse um 50 % aber ab. In der Verhandlung hat die Arbeitgeberseite eine ganze Reihe von Ideen zur Kompensation der Mehrkosten vorgestellt: von der Erhöhung der 40-Stunden-Quote über die Anhebung der Altersgrenze in der Rufbereitschaft bis hin zur pauschalen niedrigeren Eingruppierung von Quereinsteigern. Solche Gegenforderungen weist die IG Metall zurück.

Zur Entlastung der Beschäftigten schlägt die IG Metall die Öffnung des T-Zuges für Servicetechniker und Monteure vor. Die Arbeitgeberseite schloss dies nicht kategorisch aus, will aber nicht einzelne Beschäftigtengruppen besserstellen.  

Die Verhandlungen werden am 27. August 2025 in Stuttgart fortgesetzt. Die IG Metall erwartet, dass der Arbeitgeber dann ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegt.

Von: tw/mr

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