Vertrauensleutewahlen 2020

Vertrauensleute gehen mit gutem Beispiel voran

  • 11.03.2020
  • vw-kk
  • Aktuelles, Vertrauensleutewahlen 2020

Ute Raschke ist Vertrauensfrau aus tiefer Überzeugung. Seit fast zweieinhalb Jahrzehnten engagiert sie sich als Vertrauensfrau bei H.E.S. in Hennigsdorf. Denn ohne Gewerkschaft wäre die Arbeitswelt eine andere, gebe es viele Errungenschaften nicht. Damit das so bleibt, will die Vollblut-Gewerkschafterin vor allem ihre jungen Kolleginnen und Kollegen für die Gewerkschaftsarbeit und die IG Metall begeistern.

Ute Raschke ist seit 24 Jahren Vertrauensfrau bei H.E.S. in Hennigsdorf. Foto: Volker Wartmann

„Wir Vertrauensleute sind die Ansprechpartner und das Sprachrohr der Beschäftigten im Betrieb. Die Kolleginnen und Kollegen tragen ihre Probleme an uns heran, wenn es beispielsweise um Arbeitsbedingungen oder Eingruppierungsfragen geht. Wir gehen damit zum Betriebsrat oder versuchen anderweitig, die Anliegen zu lösen. Wenn der Betriebsrat ein gutes Verhältnis zur Geschäftsleitung hat, können viele Probleme bereits im Vorfeld aus dem Weg geräumt werden, bevor es zu schwerwiegenden Konflikten kommt.

Wir Älteren müssen oft viel Überzeugungsarbeit leisten, um den jungen Leuten in unserem Betrieb die gewerkschaftliche Arbeit nahezubringen. Nicht wenige sagen sich: Wir kriegen ja ohnehin das Gleiche wie alle anderen, auch wenn wir nicht Mitglied in der Gewerkschaft sind. Mit einer solchen Trittbrettfahrermentalität müssen wir uns oft auseinandersetzen.
Einige wissen nicht einmal, wer die Vertrauensleute bei uns im Betrieb sind und welche Aufgaben wir haben. Damit sich das ändert, tragen wir Vertrauensleute bei uns im Betrieb mittlerweile einen Button. Dadurch sind wir Vertrauensleute für die Kolleginnen und Kollegen schnell erkennbar und sie wissen, wen sie ansprechen können.

Viele junge Leute können oft nicht richtig einschätzen, wie wichtig die IG Metall für sie ist, wenn es wirklich um etwas geht. Sie haben ja zum Beispiel auch noch keinen Arbeitskampf mitgemacht. Früher war das anders: Da war es normal, dass man zum Ausbildungsbeginn in die Gewerkschaft eingetreten ist. Ich wollte mich schon immer einmischen und mich engagieren. Darum bin ich schon ganz früh in die Gewerkschaft eingetreten und auch schon so lange als Vertrauensfrau aktiv.

Um Nachwuchs für die Gewerkschaft zu begeistern, kann man eigentlich nur mit gutem Beispiel vorangehen. Um unseren Anliegen mehr Gehör und mehr Gewicht zu verschaffen, ist die Mitgliederwerbung ein ganz wesentlicher Schwerpunkt der Vertrauensleutearbeit. Vor 10, 20 Jahren war der Organisationsgrad bei uns im Werk höher. Eine gute Möglichkeit, junge Leute für die IG Metall zu gewinnen, sind kreative Aktionen, wie zum Beispiel eine gemeinsame Fahrt nach Brüssel, um dort für den Erhalt unserer Arbeitsplätze zu demonstrieren. Ich setze große Hoffnungen darauf, dass es unseren engagierten, jungen Vertrauensleuten gelingt, künftig noch mehr ihrer Altersgenossen für die IG Metall zu begeistern. Ganz besonders schwierig bis unmöglich ist es, Führungskräfte für die Gewerkschaft zu gewinnen. Dabei profitieren doch auch die von Errungenschaften, die die IG Metall erstritten hat.“

Ute Raschke ist 59 Jahre alt und arbeitet seit 1977 im Stahlwerk in Hennigsdorf in der Qualitätskontrolle. Seitdem ist sie auch Gewerkschaftsmitglied. Seit 1996 engagiert sie sich als Vertrauensfrau, seit 2006 zudem im Betriebsrat.

Mit Ute Raschke hat Volker Wartmann gesprochen.

 

 


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