Vorgetäuschte Lösung - Arbeitgeber in Sachsen provozieren Konflikt

  • 26.04.2012
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  • Aktuelles

In der heutigen dritten Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie blieben die Arbeitgeber auch für Sachsen weit hinter ihren selbst gesteckten Zielen für eine rasche Einigung in der Metalltarifrunde zurück. IG Metall Bezirksleiter Olivier Höbel bezeichnete den Lösungsvorschlag des VSME als „eine Provokation, die eine Lösung nur vortäuscht“.

Verhandlungskommission der IG Metall für Sachsen

Verhandlungskommission der IG Metall

Wie aus den anderen Tarifgebieten bereits bekannt, legten die Arbeitgeber als Mogelpackung nur drei Prozent für 14 Monate auf den Tisch. Dies entspricht für 12 Monate nur 2,57 Prozent. Höbel kritisierte die Arbeitgeber: „Von einer faire Beteiligung der Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Aufschwung ist das "Lösungspaket" der Arbeitgeber weit entfernt. Das außerordentlich erfolgreiche letzte Jahr und das stabile Jahr 2012 wird völlig ingnorierte. Die Arbeitnehmer haben mehr verdient“.

 

Scharf wandte sich Höbel gegen die Forderung der Arbeitgeber die Befristung von Beschäftigen ohne Sachgrund auf 36 Monate zu verlängern und die Arbeitszeit teilweise auf 40 Stunden zu erhöhen. „Das ist ein abenteuerlicher Versuch, erst Leiharbeit in großem Umfang auszubauen und jetzt auch noch jeden vierten Beschäftigten 40 statt 35 Stunden arbeiten zu lassen. Dies unter dem Deckmantel interne Ausweitung der Flexibilisierung zu fordern ist grotesk!“

 

Die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten lehnten die Arbeitgeber ab und boten auch für Sachsen nur Absichtserklärungen an. „Angesichts des demografischen Wandels und der anhaltenden Abwanderung aus Sachsen reichen Appelle nicht aus. Junge Menschen brauchen optimistische Perspektiven in Sachsen. Die unbefristete Übernahme kann einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Fachkräftebedarfs leisten“, sagte Höbel.

 

Zur Zivilisierung der Leiharbeit durch erweiterte Mitbestimmung der Betriebsräte blieben die Arbeitgeber eine Antwort schuldig. Statt dessen verwiesen sie auf die Verhandlungen über Branchenzuschläge mit den Verleihverbänden. Höbel erinnerte an den selbstverständlichen Grundsatz gleichen Lohn für gleiche Arbeit und sagte: „Nur eine konkrete Mitbestimmung der Betriebsräte über die Einsatzdauer, Anzahl und Umfang von Leiharbeit sowie fairer Bezahlung führt zu einer befriedigenden Lösung. Wir lassen weder locker, noch kommt eine Verrechnung mit qualitativen Themen wie der Leiharbeit mit der Einkommenserhöhung für uns in Frage!“

 

Deutlich kritisierte Höbel die vergebene Chance der Arbeitgeberseite: „Wir verlangen für alle drei Forderungen akzeptable Lösungen. Leiharbeit, unbefristete Übernahme und anständige Entgelterhöhungen. Jetzt wird mit Warnstreiks der notwendige Druck auf die Verhandlungen erzeugt.“

 

Am 28. April, startet für die IG Metall die Auseinandersetzung im Tarifkonflikt der sächsischen Metall- und Elektroindustrie mit einer Auftaktveranstaltung in Zwickau. Erwarten werden rund 500 Teilnehmer aus Sachsen.

 

Die ersten flächendeckenden Warnstreiks folgen am 2. und 3. Mai in Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Dresden.

  


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