12.02.2026 | Der 8. März ist ein politischer Kampftag – und gleichzeitig ein Tag der Solidarität. Wir setzen ein gemeinsames Zeichen für eine Gesellschaft, in der niemand aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Status benachteiligt wird. Der Kampf um Gleichstellung ist auch 2026 noch nicht zu Ende. Deshalb ruft auch dieses Jahr ein breites feministisches, stadtpolitisches und gewerkschaftliches Bündnis unter dem Motto: Gemeinsam auf die Straße – feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich zur großen Demonstration in Berlin auf. Start ist um 11:30 Uhr am Oranienplatz in Kreuzberg.
Strukturelle Ungleichheit: Alltag für viele Frauen
Noch immer übernehmen vor allem Frauen den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit, arbeiten häufiger in Teilzeit und sind seltener in Führungspositionen vertreten. Diese strukturellen Ungerechtigkeiten prägen das gesamte Erwerbsleben – im Betrieb, im Familienalltag und bis in die Rente hinein.
Gleichzeitig geraten mühsam erkämpfte Fortschritte der letzten Jahrzehnte unter Druck: Populistische, antidemokratische und antifeministische Kräfte gewinnen an Einfluss. Frauenrechte und Gleichstellung stehen zunehmend unter Beschuss.
Die aktuellen Debatten um die Abschaffung des 8‑Stunden‑Tages oder die sogenannte „Lifestyle‑Teilzeit“ zeigen deutlich, wie wenig diese Vorschläge mit den Lebensrealitäten vieler Frauen zu tun haben.
Besonders betroffen sind Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen – und damit überproportional viele Frauen.
Industriepolitik ohne Richtung – und ihre Folgen
Es fehlt an einer modernen Industriepolitik, die aktiv gestaltet wird und gesellschaftliche Ziele wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und soziale Gerechtigkeit ernsthaft einbezieht. Stattdessen verschwinden Monat für Monat zehntausende Arbeitsplätze – in einer Wirtschaft, die zu stark auf kurzfristige Profite ausgerichtet ist und zu wenig auf die Bedürfnisse der Menschen.
Besonders hart trifft dieser Wandel Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen – und damit überproportional viele Frauen.
Unsere zentralen Anliegen: Gute Arbeit, gleiche Chancen, echte Zukunft
Tarifverträge sind ein entscheidender Hebel für Gleichstellung. Sie schaffen verlässliche Standards und verringern nachweislich den Gender Pay Gap. Unser Grundsatz ist klar: „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit.“
Der Entgeltunterschied im durchschnittlichen Bruttoverdienst zwischen Frauen und Männern liegt bundesweit bei 16 Prozent. Selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit verdienen Frauen im Schnitt noch sechs Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – ein strukturelles Problem mit langfristigen Folgen. Über ein Erwerbsleben hinweg summiert sich dieser Unterschied auf mehrere hunderttausend Euro.
Gründe dafür sind unter anderem:
Eileen Müller, IG Metall Bezirksleitung Berlin‑Brandenburg‑Sachsen und zuständig für Frauen‑ und Gleichstellungspolitik: „Wir kämpfen momentan an sehr vielen Fronten. Neben dem Einsatz für mehr Gleichstellung, gute Arbeitsbedingungen und den Erhalt von Industriearbeitsplätzen kommt ein weiterer Kampf hinzu: der Kampf um die Sicherung der Errungenschaften der letzten Jahrzehnte. Populistische, antidemokratische und antifeministische Tendenzen nehmen zu – Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit geraten immer stärker unter Druck. Wir – die IG Metall Berlin‑Brandenburg‑Sachsen – rufen alle Kolleginnen, Mitglieder, Vertrauensleute und Aktiven auf: Seid am 8. März dabei. Bringt Eure Kolleginnen, Freund*innen und Familien mit. Gemeinsam sind wir stark. Gleichstellung geht uns alle an!“
Demonstration "Feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich"
Treffpunkt: Oranienplatz, Berlin-Kreuzberg
Datum: Sonntag, 8. März 2026
Start: 11:30 Uhr
Abschlusskundgebung: Rotes Rathaus