Betriebsratswahlen

Zweisprachig Kolleginnen und Kollegen für die Wahl begeistern

11.02.2026 | Bei Gestamp in Ludwigsfelde arbeiten viele polnisch sprachige Kolleginnen und Kollegen. Darauf hat sich die Liste der Metallerinnen und Metaller im Werk eingestellt und geht mit einem Flyer für die Betriebsratswahl an den Start, der auch in polnischer Fassung gedruckt wurde. Ein Interview mit Mathias Martens, Betriebsratsvorsitzender, und David Knopf, Betriebsrat bei Gestamp.

Mathias Martens (links) und David Knopf. (Bild: IGM)

Bei Gestamp wird am 10. März gewählt. Wie viele Kolleginnen und Kollegen kandidieren in Eurer Liste?

Mathias: Auf unserer Liste der Metallerinnen und Metaller im Werk kandidieren 32 Kolleginnen und Kollegen. Unser Team repräsentiert alle Bereiche im Werk und auch polnische Kolleginnen und Kollegen konnten wir gewinnen. Am 10. März werden dann elf Mitglieder in den Betriebsrat gewählt.

Wie erreicht ihr die polnischen Kolleginnen und Kollegen in eurer Belegschaft?

David: Wir haben Sprachtalente in den Schichten, die regelmäßig vor Ort übersetzen. Sachthemen erörtern wir mit den polnischen Übersetzern vorab. Und Flyer in polnischer Sprache verteilen wir mit Toraktionen vor der Wahl über alle Schichten.

Wissen denn die Kollegen, dass sie wählen können? Sind sie motiviert?

Mathias: Das Interesse ist im Betrieb zu spüren, im täglichen Gespräch vor Ort erklären wir den Beschäftigten den Prozess der Betriebsratswahl.

Welche Themen diskutiert ihr gerade im Vorfeld der Betriebsratswahl im Werk?

David: Die aktuelle Regierung befeuert die Themen im sozialen Bereich. Zentrale Schwerpunktthemen sind die Rentenreform, Reform des Gesundheitssystems, und der Arbeitsmarktpolitik ebenso wie Zukunftsprojekte in der Automobilbranche.

Gibt es Erfolge als Betriebsrat, auf die ihr gerne schaut?

Mathias: Neun Jahre in Folge gab es bei uns im Werk keine betriebsbedingten Kündigungen. Wir haben als Betriebsrat für die Sicherung unseres Standortes gekämpft und beispielsweise wurden von 2022 bis 2025 rund 200 neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt. Auch die mehr als 200 Millionen Euro Investitionen sind ein Zeichen, dass das Unternehmen langfristig den Standort halten will. Die Verhandlungen um den Zukunftstarifvertrag führte die IG Metall, aber Mitglieder des Betriebsrates sind Teil der Tarif- und Verhandlungskommission gewesen.

David: Die 37-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich und 2027 dann die 36-Stundenwoche haben wir durchgesetzt. Zwei Jahre lang erhalten die Kolleginnen und Kollegen Rückzahlungen von tariflichen Leistungen und sechs Tage tarifliche Freistellungszeit für alle … dazu jedes Jahr zehn neue Auszubildende als Investition für die Zukunft und bis zu 41freie Tage für Kolleginnen und Kollegen im 3-Schichtbetrieb. Das sind nur einige Themen, auf die wir stolz sind.

Gibt es ein Thema, das bei euch im Werk besonders heiß diskutiert wird?

David: Die Zukunft der Automobilindustrie ist die prägende Debatte. Und damit einhergehend Projekte für unser Werk, die unsere Zukunft hier am Standort sichern.

Wie gestaltet ihr euren Wahlkampf?

Mathias: Wir verteilen Flyer bei Toraktion unmittelbar vor der Wahl, stellen unsere Kandidaten auf der Betriebsversammlung vor und natürlich ist das Team unterwegs im Werk zur täglichen Ansprache vor Ort.

Hintergrund:

Gestamp Umformtechnik in Ludwigsfelde ist ein führender Automobilzulieferer, der mit rund 600 Beschäftigten hochwertige Fahrwerks- und Karosseriekomponenten entwickelt und produziert. Das Werk ist spezialisiert auf Umformtechnik (Kalt- und Warmumformung), Laserschneiden und Schweißen, um leichte, sichere Autoteile für internationale Hersteller zu fertigen.

Das Interview führte Andrea Weingart

Von: aw/ms

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