Zweite Welle rollt: 4 100 im Warnstreik - Höbel: Kein Tauschhandel bei Leiharbeit und Übernahme

  • 07.05.2012
  • md
  • Aktuelles

4100 Metallerinnen und Metaller demonstrierten am Montag zum Auftakt der zweiten Warnstreikwoche in Berlin, Brandenburg und Sachsen nachdrücklich für ihre Forderungen im aktuellen Tarifkonflikt: 6,5 Prozent mehr Geld, Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit. Der Ton wird härter: Ohne Lösung aller drei Forderungen droht ein Arbeitskampf.

Foto: Transit Berlin

Allein in Berlin-Spandau legten 3.430 Beschäftigte aus 13 Industriebetrieben von Siemens, BMW, Bosch-Siemens-Hausgeräte sowie Osram und Nokia Siemens Networks die Arbeit für mehrere Stunden nieder. Auf einer Großkundgebug der Warnstreikenden nannte IG Metall Bezirksleiter Olivier Höbel das selbstbewusste Auftreten der Belegschaften ein „klares Signal für die Durchsetzung unserer Forderungen“.

Höbel betonte, die IG Metall bestehe auf allen drei Forderungen. „Wir werden bei keinem Thema locker lassen oder einen Tauschhandel zugunsten von mehr Geld eingehen. Die Beschäftigten erwarten echte Resultate – beim Geld, bei der Übernahme, bei der Leiharbeit. Die Arbeitgeber sollten sich noch vor Pfingsten darauf einlassen und mit uns ernsthaft verhandeln. Sonst sind wir zu Urabstimmungen und einem harten Arbeitskampf gezwungen“, sagte Höbel in Berlin.

In Peitz traten rund 100 Beschäftigte und Leiharbeiter von Babcock Borsig Steinmüller zusammen mit Kollegen von ABB Automation, Sempell AG sowie Sulzer Pumpen vor das Werktor. Bei der Gröditzer Kurbelwelle und den Wildauer Schmiedewerke legten rund 80 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Rund 200 Beschäftigte von Kirow Ardelt und von Rothe Erde beteiligten sich an einem Warnstreik in Eberswalde.

In Plauen trafen sich rund 150 Beschäftigte zur Kundgebung vor dem Werktor von Philips Technologie, Business Center Automotive. In Neukirchen bei Bosch Thermotechnik GmbH waren ebenfalls 150 Metaller am Warnstreik beteiligt.

Entgegen den Behauptungen der regionalen Arbeitgeberverbände - VSME für Sachsen und des VME für Berlin-Brandenburg  - haben diese der IG Metall bislang keinen Verhandlungstermin angeboten.

Die IG Metall wird ihre Warnstreiks fortsetzen.