BE Maschinenmesser in Spreenhagen/Ostbrandenburg

Betriebsrat sorgt für gute Lösungen bei der Kinderbetreuung

  • 09.06.2020
  • vw-kk
  • Aktuelles, Corona, Betriebsräte

Über Wochen waren Kitas und Schulen infolge der Corona-Pandemie geschlossen. Und noch immer kann von Regelbetrieb keine Rede sein. Für Eltern bedeutet das oft, dass sie einen Spagat hinlegen müssen. Bei BE Maschinenmesser in Spreenhagen hat der Betriebsrat dafür gesorgt, dass Eltern beide Anforderungen bestmöglich unter einen Hut bringen können.

Felix Bendig ist stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei BE Maschinenmesser in Spreenhagen. Foto: privat

Für die rund 70 Beschäftigten bei BE Maschinenmesser in Spreenhagen hat sich der Arbeitsalltag seit Mitte März, als die Corona-Pandemie sich auch in Deutschland zunehmend ausbreitete, nur wenig verändert. Der Betrieb stellt Schneidemesser für die Lebensmittelindustrie her. Die Auftragslage ist gut. Kurzarbeit ist für die Kolleginnen und Kollegen ein Fremdwort.

Aber auch die Beschäftigten bei ME Maschinenmesser bekommen die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Geschlossene oder wie derzeit nicht im Regelbetrieb arbeitende Kitas und Schulen stellen auch beschäftigte Eltern in Spreenhagen vor Schwierigkeiten. Der Betriebsrat hat gemeinsam mit der Geschäftsführung gute Lösungen für dieses Problem gefunden, erzählt Felix Bendig, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Teamleiter des CNC-Bereichs. „Kolleginnen und Kollegen, die ihre Kinder derzeit zuhause betreuen müssen, wurden – bei voller Bezahlung – teilweise für eine Woche freigestellt. Außerdem haben wir für betroffene Eltern flexible Arbeitszeiten vereinbaren können, sodass sie Kinderbetreuung und Job so gut wie möglich unter einen Hut bringen können“, sagt Felix Bendig.

„In dieser Ausnahmesituation haben Geschäftsführung und Betriebsrat sehr kooperativ agiert und gemeinsam gute Lösungen gefunden“, berichtet der Betriebsrat. Auch in puncto Gesundheitsschutz wurden beim Schneidemesser-Hersteller gute Lösungen gefunden. Um die Kontakte untereinander zu minimieren, gibt es zwischen der Früh- und der Spätschicht zurzeit keine direkte Übergabe mehr. Die Frühschicht hört um 13.45 Uhr auf, die Spätschicht beginnt um 14.15 Uhr. „Wir arbeiten derzeit jeder eine Viertelstunde kürzer am Tag, bekommen jedoch weiterhin das volle Gehalt“, erläutert Bendig.

Beschäftigte, die im Vertrieb arbeiten, könnten von zuhause aus mobil arbeiten, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. In der Produktion arbeiten die Kolleginnen und Kollegen so weit voneinander entfernt, dass sie keinen Mundschutz tragen müssen. „Hauptsächlich während der Pausen merkt man den Unterschied zur Zeit vor Corona. Damit die Beschäftigten den notwendigen Abstand zueinander einhalten können, stehen jetzt mehr Räume für die Pausenzeiten zur Verfügung“, sagt Bendig. „Dadurch können sich die Kolleginnen und Kollegen gut aufteilen und kommen sich während ihrer Pausen nicht zu nah.“ Aushänge überall im Betrieb weisen auf die aktuell notwendigen Verhaltensregeln und Desinfektionsschutzmaßnahmen hin.

Zu ihren Sitzungen treffen sich die fünf Betriebsratsmitglieder weiterhin vor Ort in einem Raum, in dem der erforderliche Mindestabstand zueinander eingehalten werden kann. Einen Betriebsrat gibt es in dem Anfang der 1990er Jahre gegründeten Unternehmen erst seit 2018. „Bei der Gründung hat uns die IG Metall sehr unterstützt“, sagt Bendig. „In der aktuellen Situation sieht man, wie wichtig ein Betriebsrat für die Beschäftigten ist.“ Eine Betriebsvereinbarung für den Fall anstehender Kurzarbeit hat der Betriebsrat mit der Geschäftsführung bisher nicht abgeschlossen. „Nach Kurzarbeit sieht es bei uns auf absehbare Zeit nicht aus“, erläutert der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. „Wir haben einfach Schwein gehabt.“

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