Betriebsratswahl 2026 Hitachi

"Gut aufgestellt, um etwas zu erreichen"

23.02.2026 | Ihre erste Amtszeit als Betriebsratsvorsitzende bei Hitachi in Berlin hat Petra Taubner erfolgreich gestaltet. Jetzt tritt sie wieder an, um für Entlastung vom Arbeitsdruck zu sorgen, um sich für die nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze und des Standorts einzusetzen und um vieles mehr zu erreichen. Im Interview schildert sie, was für sie die wichtigsten Themen der nächsten Jahre sind.

Petra Taubner im Einsatz als Betriebsratsvorsitzende. (Fotos: IGM)

Petra, kurz vor der Betriebsratswahl: Wie ist die Lage bei Euch im Unternehmen?

Petra: Seit eineinhalb Jahren sind wir Teil von Hitachi. Wir warten darauf, dass die Integration endlich abgeschlossen ist und es so richtig los geht. Zugleich tut sich viel. Wir ziehen hier am Standort innerhalb des Gebäudes auf eine kleinere Mietfläche um. Es wird ein Shared-Desk-Konzept in einem Open Space eingeführt. Also sehr aufregende Zeiten. An manchen Stellen ist nicht klar, wo es lang geht. Wir hoffen auf das Beste.

Wie viele Leute stehen auf Eurer Liste und wie sieht es mit der Konkurrenz aus?

Petra: Wir sind mit 280 Beschäftigten am Standort kein so großer Betrieb. Unser Betriebsrat hat neun Mitglieder. Wir haben ordentlich die Werbetrommel gerührt. Das war gar nicht so leicht. Es hat eine Weile gedauert, die Leute für die Betriebsratswahl zu motivieren. Wir haben 20 Kandidatinnen und Kandidaten auf unserer Liste. Und wir sind die einzige Liste. Das finde ich wunderbar.

Du trittst wieder an bei der Betriebsratswahl. Was ist für die wichtigste Aufgabe des Betriebsrats in den nächsten Jahren?

Petra: Es geht einmal darum, den Standort Berlin zu halten und zu sichern. Der stand vor langer Zeit schon mal auf der Kippe – das darf sich nicht wiederholen. Und wir wollen die Arbeitsbedingungen weiterhin gut gestalten und für Entlastung sorgen.  Die Kolleginnen und Kollegen berichten von viel Druck. Es ist auch im Ingenieursbereich nicht so leicht, die Arbeit gesund bis zur Rente durchzuhalten. 

Was hat Dich motiviert, Dich als Betriebsrätin zu engagieren und zu kandidieren?

Petra: Dies ist meine erste Amtszeit als Betriebsratsvorsitzende. Anfangs war das eine ganz schöne Herausforderung, auch wenn ich schon eine Weile im Betriebsrat war. Inzwischen habe ich mich gut eingearbeitet und weiß, wo der Hase langläuft. Ich fühl mich gut aufgestellt, um weiter etwas für die Kolleginnen und Kollegen zu erreichen.

Ein großes Thema bei Euch ist die 35 Stunden-Woche. Warum?

Petra: Wir sind 2013 von Tempelhof nach Mitte in Ost-Berlin gezogen. Für alle Bestands-Beschäftigten konnten wir die 35 Stunden-Woche sichern, aber nicht für die anderen. Dann hat die IG Metall den Rahmentarifvertrag zur Einführung der 35 Stunden-Woche auch im Osten durchgesetzt. Aber lange wollte niemand mit uns über diese Thematik sprechen. Derzeit hat etwa die Hälfte der Tarifbeschäftigten die 35 Stunden-Woche. Die anderen arbeiten 38 Stunden. Im letzten Jahr gab es endlich das erste Gespräch dazu mit dem Arbeitgeber. Und da müssen wir jetzt nach Lösungen suchen.

Generell: Wie unterstützt Euch die IG Metall in Eurem Betrieb?

Petra: Wir sind im intensiven Austausch. Die Zusammenarbeit läuft sehr gut. Die IG Metall ist eine tolle Hilfe.

Die Bahnbranche wird stark von der Politik bestimmt. Was sind Eure Erwartungen, Eure Forderungen an den Bund und das Land Berlin?

Petra: Wichtig ist, dass die Sanierung des Schienennetzes in Deutschland weitergeht. Da hat die Politik lange zu wenig investiert, das muss sie dauerhaft vorantreiben. Es hilft aber nicht, einfach nur viel Geld zur Verfügung zu stellen. Die Unternehmen müssen auch in der Lage sein, die Projekte umzusetzen. Das braucht auch Zeit und die richtigen Ressourcen.

Das Interview führte Markus Sievers

Von: ms

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