Gleichstellung

Bundes-Männerforum: Schluss mit traditionellen Rollenmustern

  • 21.09.2015
  • md
  • Aktuelles, Berufliche Bildung, Frauen, Gute Arbeit, Vereinbarkeit Familie und Beruf

Der Alwin-Brandes-Saal im Berliner IG Metall-Haus war voll: Zur Fachtagung »Auf Arbeit. Männerpolitische Perspektiven« am 21. September waren rund 100 Teilnehmer erschienen, um zu erfahren und mitzuteilen, walche Vorstellungen und Wünsche Männer eigentlich haben, wenn es um die Gleichstellung der Geschlechter geht. Klar wurde: Vor allem unter 40-Jährige wollen keine Alleinverdiener und -ernährer mehr sein.

»Auf dem Weg zur Gleichstellung sind Entgeltgerechtigkeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die gerechte Teilhabe von Männern und Frauen am gesellschaftlichen Reichtum große Herausforderungen«, sagteOlivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen.

 

Hier vollziehe sich eine »leise Revolution«, sagte Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Frauen, Senioren und Famlie (BMFSFJ).  Männer ließen sich nicht länger auf ihre Rolle als Erwerbsperson reduzieren. Die männerpolitische Perspektive sei in Gleichstellungsfragen wichtig. Im Bundesforum Männer, das von seinem Ministerium gefördert wird, organisieren sich seit 2010 zivigesellschaftliche Akteure. Sie wollen den Dialog mit Frauen und ihren Organisationen, um den Wandel im Verhältnis der Geschlechter Geschlechte hin zu mehr Partnerschaftlichkeit und fairer Chancenverteilung zu gestalten.

 

Dieser Wandel, sagte Regina-Dolores Stieler-Hinz, Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), brauche einen grundsätzlichen Gegenentwurf zur heutigen (Erwerbs-)Arbeitsgesellschaft, nämlich das Modell der »Tätigkeitsgesellschaft«. Es gelte, Arbeit neu zu definieren, damit eine Balance unterschiedlicher gesellschaftlich relevanter Tätigkeit entstehe – Erwerbsarbeit sei gleichzustellen mit Fürsorge-Arbeit. Eine Voraussetzung dafür wäre aus ihrer Sicht ein allgemeines Grundeinkommen für alle.

 

Modellprojekt »Vater, Partner, Arbeitnehmer«

Mit dem Modellprojekt »Männer übernehmen Verantwortung als Vater, Partner, Arbeitnehmer« entwickelt das Bundesforum Männer Konzepte, die Jungen dabei helfen, in ihrer Lebensplanung den Blick auf die Berufswahl zu erweitern, die Männer bei der Wahrnehmung von Familien- und Sorge-Aufgaben unterstützen und familienorientierte Unternehmenskulturen fördern. Das gesellschaftliche Vaterbild soll in Richtung mehr gelebte Partnerschaftlichkeit erweitert werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.