Leiharbeit

IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert: Gesetzentwurf zu Leiharbeit und Werkverträgen jetzt umsetzen

  • 03.03.2016
  • aw/md
  • Aktuelles, Leiharbeit

Der IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert die sofortige Umsetzung der gesetzlichen Regelungen zu Leiharbeit und Werkverträgen. „Eine erneute Aufweichung der erzielten Kompromisse im Gesetzentwurf ist für uns absolut unakzeptabel“, unterstrichen die regionalen Geschäftsführer am Donnerstag auf einer Konferenz in Motzen bei Berlin.

Foto: IG Metall

In Berlin, Brandenburg und Sachsen arbeiten derzeit rund 115.000 Beschäftigte in Leiharbeit, rund 33.200 von ihnen in Betrieben der Metall- und Elektroindustrie. Damit ist Ostdeutschland überdurchschnittlich stark von Problemen betroffen, die aus prekären Arbeitsverhältnissen resultieren. „Leiharbeiter und Werkvertragsnehmer werden in unseren Branchen in unverhältnismäßig hohem Maße eingesetzt, und das geht weit über die  angekündigte Absicht der Arbeitgeber hinaus, lediglich Produktionsspitzen abzudecken“, sagte Bezirksleiter Olivier Höbel. Immer mehr Unternehmen wählen den Umweg über Werkverträge, um die tariflichen Regelungen zur Leiharbeit zu vermeiden. Viele Unternehmen verpflichten ihre Zulieferer und Werkvertragsunternehmen, ihre Belegschaften bis zu 25 Prozent aus der Leiharbeit zu rekrutieren.

 

„Beliebigkeit, Willkür und Lohndumping machen Leiharbeitskräfte zu Beschäftigten zweiter Klasse. Das lehnen wir ab“, sagte Höbel. Die IG Metall werde weiter entschlossen gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen kämpfen. Die Kampagne gegen den Missbrauch von Leiharbeit werde verstärkt fortgeführt, kündigte Olivier Höbel an.

 

„Wir erleben derzeit wieder in der Automobilindustrie, dass Leiharbeitnehmer in großem Stil abgemeldet werden“ sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. Die Betroffenen hätten keinerlei Schutzrechte. „Daher muss der Gesetzgeber nun klare Verhältnisse schaffen.“

 

Berichterstattung

Inforadio 2.03.2016 - 12:35 Uhr