Pressemitteilung

IG Metall gewinnt Betriebsratswahlen im Osten klar

28.04.2026 | Die IG Metall hat sich bei den Betriebsratswahlen im Osten unangefochten als stärkste Kraft durchgesetzt. Fast 80 Prozent der bisher vergebenen 1000 Mandate in 120 Betrieben in ihrem Organisationsbereich gingen in Berlin, Brandenburg und Sachsen an die IG Metall.

Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, sagte heute in einem Pressegespräch:
„Einen Monat vor Ende der Betriebsratswahlen fällt unsere Zwischenbilanz eindeutig positiv aus. Gerade in schwierigen Zeiten wissen die Beschäftigten sehr genau, wem sie vertrauen können und wer ihre Interessen am besten vertritt. Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben haben Spaltern und rückwärtsgewandten Kräften eine klare Absage erteilt.

Die hohe Wahlbeteiligung zeigt, wie gut die Demokratie in den Betrieben funktioniert. Selbstverständlich haben dabei auch alternative oder eindeutig rechte Listen an einigen Orten Stimmen geholt. Das ist bedauerlich, aber keine Katastrophe. Anders als von manchen erwartet und herbeigeredet, haben diese Listen es nicht aus ihrer Nische herausgeschafft.“

Wichtige Ergebnisse im Überblick

Bis Ende April haben die IG Metall-Listen in Berlin, Brandenburg und Sachsen 760 der bisher vergebenen 877 Mandate gewonnen. Das sind über 77 Prozent.

  • Die Wahlbeteiligung ist hoch: Über 66 Prozent der Beschäftigten haben ihre Stimme abgegeben.
  • In den Betriebsräten sind Frauen stärker vertreten als in den Belegschaften insgesamt. Jedes vierte Mandat ging bisher an eine Frau. Der weibliche Beschäftigungsanteil in den Branchen liegt bei rund 18 Prozent und damit deutlich darunter.
  • Von einem Rechtsruck kann in den Betrieben keine Rede sein. Im VW-Werk in Zwickau etwa, für das einzelne Medien einen rechten Umsturz vorausgesagt hatten, erreichte die IG Metall 29 von 35 Mandaten. Eine ähnliche Dominanz zeigt sich in den anderen Autowerken, etwa bei BMW in Leipzig, bei Mercedes-Benz in Ludwigsfelde und in Berlin oder bei Porsche in Leipzig. In allen Werken sind über 80 Prozent der BR-Mitglieder in der IG Metall organisiert.
  • In anderen Branchen gewannen sie ebenfalls mit überwältigendem Vorsprung. Bei ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt etwa gingen 21 der 21 Mandate an die IG Metall. Bei Alstom Hennigsdorf gingen 19 von 19 Plätzen an die Kandidatinnen und Kandidaten der IG Metall. Auch bei den Schmiedewerken Gröditz gelang es, 12 der 13 Betriebsratssitzen zu besetzen. In den beiden großen VW-Produktionsstätten Sachsens gewannen wir 45 von 52 Plätzen. Bei ZF Getriebe Brandenburg waren es 13 von 15 Mandaten, sowie in den Mercedes-Werken 31 der 35 Sitze.

Bei den Themen dominierten im Wahlkampf Sorgen und Ängste durch die Transformation der Wirtschaft und den massiven Stellenabbau in der Industrie. Dabei konnten die IG Metall-Vertreterinnen und Vertreter überzeugend vermitteln, dass sie sich mit aller Kraft für wichtige Zukunftsinvestitionen in ihre Standorte einsetzen. Zudem macht sich die IG Metall auf allen politischen Ebenen für eine aktive Industriepolitik stark. Mit dem Masterplan „Jobs 2040 für Ostdeutschland“ hat sie ein umfassendes Konzept vorgelegt, mit dem sich die industrielle Substanz im Osten sichern und ausbauen lässt.

Für Rückfragen: Markus Sievers, 0151 29 23 11 82

Von: bw

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