Tag der Entgeltgleichheit

Schluss mit dem Entgelt-Rückstand zu Männern: Existenzthema für Frauen und Familien

  • 16.10.2018
  • md
  • Aktuelles, Tarif, Frauen, Vereinbarkeit Familie und Beruf

Ab heute bis zum Jahresende arbeiten Frauen mit gleicher Qualifikation und Leistung quasi unentgeltlich. Am 16. Oktober hatten Männer in Deutschland im Durchschnitt so viel verdient wie die Frauen erst am Jahresende. Am Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit macht die IG Metall auf die bestehende Diskriminierung von Frauen bei Lohn und Gehalt aufmerksam. Sie fordert gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit.

"Von einer fairen Bezahlung sind wir noch weit entfernt", kritisierte Nele Heß, die im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen für Gleichstellungsfragen zuständig ist. Die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen beträgt statistisch gesehen in der Bundesrepublik 21 Prozent. In tarifgebundenen Betrieben ist dieses Verhältnis besser, aber es gibt noch viel zu tun, sagt Heß und fordert: "Die materiellen Aspekte müssen in der öffentliche Debatte um frauenpolitische Themen unbedingt mehr Raum einnehmen." Ein gutes Einkommen sei auch ein wirksamer Beitrag gegen Altersarmut von Frauen.

 

Auch in tarifgebundenen Unternehmen in Berlin, Brandenburg und Sachsen gebe es eine Entgeltlücke, unter anderem wegen fehlerhafter Eingruppierung, sagte Nele Heß. In diesem Zusammenhang gelte es, das Entgeltgleichheitsgesetz nachzubessern, forderte die IG Metallerin. „Wir brauchen ein Verbandsklagerecht und bessere Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte."

 

"Es ist an der Zeit, dass die Arbeitgeber die Lücke beseitigen und Entgeltgerechtigkeit als gutes Argument nutzen, um weibliche Fachkräfte für ihr Unternehmen zu gewinnen", forderte in Frankfurt/Main Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall. "Verbesserte berufliche Aufstiegsperspektiven für Frauen und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, auch durch ausreichende Betreuungsstrukturen, sind wichtige Voraussetzungen für mehr Entgeltgerechtigkeit", sagte Benner. Entgeltgerechtigkeit sei nicht nur ein Gerechtigkeitsthema, sondern knallhartes Existenzthema für Frauen und Familien.