"Heute für morgen Zeichen setzen" - IG Metall-Frauenkonferenz in Radebeul

  • 06.06.2012
  • md
  • Aktuelles, Frauen

Unter dem Titel "Heute für morgen Zeichen setzen" fand am Mittwoch in Radebeul die IG Metall-Frauenkonferenz 2012 statt. Metallerinnen aus Berlin, Brandenburg und Sachsen berieten über Probleme und neue Initiativen zur Balance von Arbeits- und Lebenszeit sowie zur Entgeltgerechtigkeit für berufstätige Frauen. Die IG Metall hat in Berlin, Brandenburg und Sachsen mit 24 Prozent den höchsten Anteil an weiblichen Mitgliedern. Er liegt bundesweit bei knapp 17 Prozent.

Im "Parcours des Lebens" beschäftigten sich die Frauen mit der Frage, wie sie  mit dem Faktor Zeit im Lauf des Lebens umgehen. Dabei gibt es in jeder Phase andere Prioritäten. Doch es gibt auch  Themen, die im Arbeitsleben phasenübergreifend hohe Bedeutung haben. Die Diskussion auf der Frauenkonferenz stieß einen größeren Diskurs an: Gewünscht werden Arbeitszeitarrangements, die eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatem zulassen.  Familienfreundlichkeit ist bei der Wahl des Arbeitsplatzes wichtig. Dabei geht es nicht um individuelle Lösungen. Frauen und Männer wollen allgemeingültige Regelungen, auf die jede/jeder Beschäftigte Anspruch erheben kann –  ob als ArbeiterIn im Schichtbetrieb oder als Führungskraft.

 

Es werden sowohl konkrete betriebliche Vereinbarungen gefordert als auch, dass das Thema Vereinbarkeit zum festen Punkt in tarifvertraglichen Vereinbarung gemacht wird. Von den Unternehmen (und auch der IG Metall) wird gefordert, sich mit dem Thema „Zeit und Vereinbarkeit“ auseinanderzusetzen und gute Lösungen zu entwickeln, damit durchweg eine gute Balance möglich ist.

 

Möglichkeiten für eine gute Balance zwischen Beruf und privaten Betreuungsaufgaben  sind der Schlüssel, um die IG Metall-Branchen (wieder) für junge Frauen attraktiv zu machen.

 

Weitere Themen, die  je nach Lebensphase stärker in den Fokus rücken:  In der ersten Lebensphase stehen  „Zeit und Qualifizierung“ im Vordergrund. Gewünscht werden dafür betriebliche Regelungen, um Zeit für Weiterbildung und Aufstiegsqualifizierung zu schaffen – verbunden mit mehr Bildungsfreistellung. Dazu muss der Tarifvertrag Qualifizierung konsequent umgesetzt und praktisch ausgestaltet werden. 

 

Die Teilnehmenden des Workshops zur zweiten Lebensphase stellten die Gestaltung von Teilzeitarrangements in den Mittelpunkt. Teilzeitarbeit müsse generell  existenzsichernd sein, auch in in Führungspositionen möglich gemacht werden und das  Rückkehrrecht in Vollzeit beinhalten. Zudem wird es als wichtig erachtet, dass Beschäftigte über Arbeitszeitkonten verfügen können, um mehr Flexibilität und Zeitsouveränität zu haben.

 

Auch die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe zur dritten Lebensphase finden die Sicherung des Anspruchs auf Rückkehr in Vollzeit  aus der  Teilzeit  wichtig. Diese sollten sowohl durch Tarifverträge als auch Betriebsvereinbarungen  umgesetzt werden. Gleichzeitig gilt es auch, die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze stärker zu überwachen und bestehende Mitbestimmungsrechte bei der Arbeitszeit zu nutzen, um Gefahren für die Gesundheit etwa durch  Schichtsysteme einzudämmen und allgemein alter(n)gerechtere Arbeitsbedingungen zu schaffen (z.B. durch Verkürzung der Arbeitszeit oder Lebensarbeitszeitkonten.

 

Alter(n)sgerechtes Arbeiten war auch den Teilnehmenden in der Arbeitsgruppe zur vierten Lebensphase ein wichtiges Anliegen. Der Trend: Statt abrupt aus dem Arbeitsleben auszusteigen, sollten Vorbereitungs-Modelle auf den Ruhestand eingeführt werden, etwa in Form eines allmählichen Übergangs („Ausschleichen“ aus dem Erwerbsleben). Begrüßt würden auch zeitliche Konzepte, mit denen eine „Beschäftigungsbrücke“ zwischen Alt und Jung geschlagen werden kann. 

 

Daten und Fakten Arbeitszeit Lebenslaufperspektive

 

Dokumentation Bezirksfrauenkonferenz

 

  

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