Höbel: "Herr-im-Haus-Standpunkt" der Arbeitgeber bei Weiterbildung fällt aus der Zeit

  • 04.02.2015
  • bg
  • Aktuelles, Metall-/Elektro, Gute Arbeit, Betriebsräte, Vertrauensleute, Jugend/Azubis, Studierende/Hochschule, Ingenieure

Für die IG Metall bieten die Arbeitgeber bisher nur Provokationen. »Das Angebot von 2,2 Prozent wird weder der guten konjunkturellen Situation noch der guten Leistung der Belegschaften in der Metall- und Elektroindustrie gerecht. Wir verlangen für alle drei Forderungen akzeptable Lösungen noch im Februar«, sagte Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer.

Warnstreik bei Siemens in Chemnitz

Höbel forderte die Arbeitgeber auf, sich den Anforderungen der Beschäftigten zu stellen und nicht in Verhaltensmuster der Vergangenheit zu verfallen. So sei völlig unverständlich, wenn die Arbeitgeber einen Fachkräftemangel beklagen, jedoch selbst nicht genug in die Weiterbildung investieren wollen.

 

»Die Arbeitgeber bestehen auf dem "Herr-im-Haus-Standpunkt", ob und wer und wann weitergebildet wird. Zwar kommen die Arbeitgeber beim Qualifizierungsdefizit zum gleichen Befund wie wir, doch anstatt ihre nachweislich fehlgeschlagene Therapie aus dem vorigen Jahrhundert zu ersetzten erhöhen sie die bekannte Dosis nach Gutsherrenart«, kritisierte Höbel.

 

Sie IG Metall forderte eine hochwertige Weiterbildung für alle Beschäftigtengruppen. Ohne Nasenpolitik, ohne Bevormundung, jedoch mit klaren Zugangschancen, Dafür braucht es Zeit und Geld.

 

Warnstreiks gehen weiter

Auch am Mittwoch kamen aus 20 Betrieben über 1.800 Beschäftigte zum Warnstreik, um den Forderungen nach 5,5 Prozent höheren Einkommen, verbesserter Altersteilzeit sowie einer neuen Bildungsteilzeit Nachdruck zu verleihen.

 

Berlin

In Berlin legten am Mittwochvormittag rund 1.000 Beschäftigte aus acht Berliner Betrieben die Arbeit nieder. Nachdem die Beschäftigte des Mercedes-Benz-Werks die Warnstreikwelle am vergangenen Donnerstag um 00:00 Uhr eröffnet hatten, folgte heute der Ausstand weiterer 500 Beschäftigten der Frühschicht. Zu Ihnen stießen rund 500 Beschäftigte von Schindler Aufzüge und Fahrtreppen, Schindler Deutschland sowie GE Energy Power Conversion und die Beschäftigten von Häfele Berlin, SKF, Paul Hettich sowie von Thales Transportation Systems. Sie fuhren in einem gemeinsamen Autokorso zur Kundgebung in die Daimlerstraße vor die Tore bei Mercedes-Benz in Berlin-Marienfelde.

 

Brandenburg

In Brandenburg streikten 190 Beschäftigte von MTU Maintenance Berlin-Brandenburg in Ludwigsfelde. In Finsterwalde zogen 300 Beschäftigte aus sechs Betrieben zur gemeinsamen Kundgebung um 13 Uhr in die Innenstadt. Darunter von Formteil- & Schraubenwerk, Kjellberg Finsterwalde Dienstleistungs GmbH, Kjellberg Finsterwalde Schweißtechnik, Kjellberg Finsterwalde Elektroden & Zusatzwerkstoffe, Kjellberg Finsterwalde Plasma & Maschinen sowie von voestalpine Draht Finsterwalde.

 

Sachsen 

In Sachsen beteiligten sich die 100 Beschäftigten von Siemens in Chemnitz am Ausstand vor dem Werktor. Von Georg Fischer in Leipzig traten 50 Beschäftigte in den Warnstreik. In Hartha wurden rund 180 Metaller bei Pierburg Pump Technology zum Warnstreik aufgerufen. Bei ThyssenKrupp Aufzüge nahmen die Monteure an einer Warnstreik-Telefonkonferenz teil.