#WIRSINDMEHR

Metallerinnen und Metaller zeigen Haltung in Chemnitz

  • 04.09.2018
  • jme-aw
  • Aktuelles, Jugend/Azubis

Für Weltoffenheit und Toleranz demonstrierten am Montag mehr als 65.000 Menschen in Chemnitz. Unter ihnen: Hunderte Metallerinen und Metaller. Hunderte Metallerinnen und Metaller nicht nur aus aus Chemnitz besuchten am Montag das Konzert unter dem Motto „Wir sind mehr“. Mario John, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz, sagt, IG Metall stehe für Solidarität und gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

#WIRSINDMEHR in Chemnitz am 3. September 2018 - Fotos: IG Metall

Zu dem Gratiskonzert hatten namhafte Bands wie die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet, die Chemnitzer Kombo Kraftklub und weitere aufgerufen. Zusammen mit den erwarteten zehntausenden Besuchern wollten sie ein Zeichen gegen Fremdenhass und für Toleranz setzen.


Mario John, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz, sagte am Montagabend: „Es freut mich sehr, dass so viele Menschen aus Chemnitz und ganz Deutschland zeigen, dass wir die Straße nicht dem Hass und dem Rassismus überlassen. Wir sind mehr. Das Motto ist heute aufgegangen.“ Besonders freue ihn, dass hunderte Metallerinnen und Metaller mit ihren roten IG Metall-Fahnen und selbst gemalten Präsenz gezeigt haben. „Die IG Metall kämpft für eine weltoffene, solidarische Gesellschaft und gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“, so John weiter.


„In Berlin und an vielen Orten im Bezirk haben wir mit der Fensterdemo #WIRSINDMEHR klar gemacht, dass wir für soziale Gerechtigkeit kämpfen, mit Anstand, Menschlichkeit und Solidarität“, sagte Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. Das IG Metall-Haus in Berlin, das Bildungszentrum in Berlin – an vielen Orten war #WIRSINDMEHR zu sehen.

 

In Chemnitz hatten seit knapp einer Woche rechte und rechtsextreme Gruppierungen zu Demonstrationen aufgerufen. Anlass war der Tod eines 35-Jährigen am vergangenen Samstag am Rande eines Stadtfestes. Die Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft. Das Konzert begann am frühen Montagabend mit einer Schweigeminute für den Getöteten.


Bei den von vielen Neonazis besuchten Demonstrationen am Sonntag und Montag vergangener Woche war es zu regelrechten Hetzjagden auf Migranten, politisch Andersdenkende und Medienvertreter gekommen. Eine Kundgebung, zu der die fremdenfeindlichen Bündnisse "Thügida" und "Pro Chemnitz" unmittelbar neben dem Konzertgelände aufgerufen hatten, hatte die Stadt verboten.