Checkliste Ausbildungsqualität

Wie gut wirst Du ausgebildet?

  • 04.08.2017
  • igm
  • Aktuelles, Jugend/Azubis

Schlechte fachliche Anleitung, Überstunden oder ständig ausbildungsfremde Tätigkeiten erledigen müssen - Gründe für einen frühzeitigen Abbruch der Ausbildung gibt es einige. Hast Du ein ungutes Gefühl auf der Arbeit? Dann prüfe anhand der folgenden Checkliste, wie es um die Qualität Deiner Ausbildung steht.

Der betriebliche Ausbildungsplan

Zu Beginn Deiner Ausbildung solltest du von Deinem Ausbilder einen Ausbildungsplan erhalten. Dieser legt Deine Einsatzzeiten und -bereiche im Betrieb fest. Darüber hinaus umfasst er Lernziele und Praxisstationen.

Das hier sollte daher im Ausbildungsplan drinstehen:

•Welche Kenntnisse und Fertigkeiten werden Dir beigebracht?
•In welchem Zeitraum wirst Du welche Lerneinheiten abschließen?
•Wer ist der Verantwortliche und Ansprechpartner für die jeweilige Lerneinheit?
•In welcher Abteilung erfolgt die Lerneinheit?
•Mit welchen Lehr- und Arbeitsmitteln wir das jeweilige Wissen vermittelt?

Grundlage für den betrieblichen Ausbildungsplan sind übrigens die Ausbildungsordnung und der Ausbildungsrahmenplan deines jeweiligen Berufes. Hier sind die bundeseinheitlichen Standards für die betriebliche Ausbildung festgelegt.

Ausbildungsfremde Tätigkeiten

Natürlich kann es auch einmal vorkommen, dass Du während der Ausbildung Arbeiten erledigen musst, die nicht im Ausbildungsplan stehen. Doch ständig nur Botengänge machen, das Lager aufräumen oder gar dem Chef das Auto waschen, ist unzulässig. Die Ausbilder dürfen Auszubildenden nicht dauerhaft Arbeiten auftragen, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben oder deren Dauer stark vom Ausbildungsplan abweicht.

Ausbildungsfremde Tätigkeiten sind zum Beispiel:

•Urlaubs- und Krankheitsvertretungen von Kollegen
•Private Besorgungen für den Chef oder die Chefin
•Regelmäßiges Putzen von Werkstätten und Büros - es sei denn, es handelt sich um den eigenen Arbeitsplatz oder regelmäßig genutztes Werkzeug
•Akkord- und Fließbandarbeit

Um einzuschätzen, ob Dir dauerhaft ausbildungsfremde Tätigkeiten aufgebrummt werden, wirf einen Blick in den betrieblichen Ausbildungsplan oder den Ausbildungsrahmenplan deines jeweiligen Berufs. So kannst du feststellen, welche anderen und eventuell wichtigen Inhalte wegfallen, nur weil du mal wieder den ganzen Tag putzen oder einkaufen warst.

Überstunden

Grundsätzlich sind Auszubildende nicht verpflichtet, länger zu arbeiten, als im Ausbildungsvertrag vereinbart. Denn diese Zeit sollte ausreichen, um einen Beruf zu erlenen. Überstunden bei Azubis müssen also freiwillig sein.

Folgende Kriterien sind wichtig:

•Überstunden müssen dem Zweck der Ausbildung dienen.
•Während Deiner Überstunden muss daher gleichzeitig eine ausbildungsbeauftragte Person anwesend sein.
•Überstunden müssen vergütet oder mit Freizeit ausgeglichen werden.

Was gehört noch zu einer guten Ausbildung?


•Die Anleitung an modernen Maschinen, Computern und Werkzeugen
•Die kostenlose Bereitstellung der Ausbildungsmittel für den Betrieb und die Berufsschule
•Ein qualifiziertes und geprüftes Ausbildungspersonal mit fachlichen und pädagogischen Kenntnissen
•Feedback und Beurteilungsgespräch mit deinem Ausbilder vor Ende der Probezeit
•Die Ausbildung in kleinen Arbeitsgruppen
•Ausbildungsstandkontrollen statt Leistungskontrollen einzelner Auszubildender
•Enge Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb

Wenn bei Dir im Betrieb viele Kriterien für eine gute Ausbildung nicht erfüllt sind, wende Dich an Deine Jugend- und Auszubildendenvertreter, Deinen Betriebsrat oder an Deine IG Metall vor Ort. Dort bekommst Du weitere Ratschläge und praktische Hilfe.

 

Mehr Informationen:


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