DGB-Ausbildungsreport 2020

Wohnen bei den Eltern und zum Teil lange Fahrtzeiten – Ergebnisse des DGB-Ausbildungsreports im Bezirk

  • 07.01.2021
  • ag-kk
  • Aktuelles, Studierende/Hochschule, Jugend/Azubis

Betriebe mit Interessenvertretung erzielen höhere Zufriedenheitswerte bei den Auszubildenden in Berlin, Brandenburg und Sachsen. Viele Auszubildende im Bezirk wohnen noch bei ihren Eltern und fahren von dort zu ihren Ausbildungsstätten – mit teils sehr unterschiedlichen Fahrtzeiten. Das sind einige der Ergebnisse des neuen Ausbildungsreports der DGB Jugend Berlin-Brandenburg und der DGB Jugend Sachsen.

Der Ausbildungsreport stellt jedes Jahr dar, wo Mängel und Chancen in der Ausbildung liegen. Seit Jahren ist er ein wichtiges Instrument, das aufzeigt, welchen Schwierigkeiten Auszubildende ausgesetzt sind.

Im aktuellen Ausbildungsreport wird deutlich, dass viele Probleme bereits vorhanden waren, die die gegenwärtige Krise nur noch einmal deutlicher hervorhebt. Die DGB Jugend Sachsen hat der Auswirkung der Pandemie auf die Ausbildung ein extra Kapitel in ihren Ausbildungsreport gewidmet, um die aktuelle Lage mit Daten aus der Erhebung zu verdeutlichen.

Neben allgemeinen Themen, wie der Mitbestimmung im Betrieb, der Ausbildungsqualität, Zeit und Vergütung, waren im aktuellen Ausbildungsreport die Bereiche Wohnen und Mobilität Schwerpunktthemen. Besonders deutlich stechen einige Punkte hervor:

Mitbestimmung
In Sachsen, Berlin und Brandenburg sind den Ergebnissen der Studie zufolge Auszubildende in Betrieben mit Interessenvertretung besonders zufrieden mit der Ausbildungsqualität. Ebenfalls steigt der Anteil derer, die ihre Ausbildung an Freunde weiterempfehlen würden, wenn eine gewählte Interessenvertretung Einfluss auf die Ausbildung nehmen kann.

Wohnen
Ein Großteil der befragten Auszubildenden wohnt bei den Eltern oder bei Verwandten, dabei ist der Wunsch nach einer eigenen Wohnung und einem Start in ein selbstständiges Leben groß. Nur der geringste Anteil gibt an, in einem Wohnheim zu leben. Der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum, also Mieten, die ohne finanzielle Zuschüsse in der Ausbildung bezahlbar sind, ist groß.
Im Ausbildungsreport der DGB Jugend Berlin-Brandenburg wird noch mal tiefgreifender auf die Wünsche und Bedürfnisse, aber auch auf Ideen und Forderungen zum Thema Wohnen eingegangen (S. 9-24).

Mobilität
Bei den Fahrzeiten und der Erreichbarkeit der Ausbildungsorte unterscheiden sich die drei Bundesländer des IG Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen dagegen deutlich.Die Fahrtzeiten zum Betrieb liegen in Berlin und Brandenburg über dem Bundesdurchschnitt, in Sachsen gaben 78,3 Prozent der Auszubildenden an, weniger als 30 Minuten für den Weg in den Ausbildungsbetrieb zu benötigen.

Berufsschulen hingegen sind besonders in Berlin gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Weniger anreisefreundlich sind dagegen die Berufsschulen in Brandenburg und Sachsen. In Brandenburg gaben 32 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler an, an die Berufsschule nicht gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen zu können. In Sachsen berichteten 14 Prozent, in Berlin und Brandenburg 42 Prozent der Befragten von einer ein- bis zweistündigen Fahrzeit zur Berufsschule.
Die DGB Jugend Sachsen begründet in diesem Abschnitt noch einmal eindringlich die Forderung nach einem flächendeckenden und günstigen Azubiticket und einer Sicherstellung der Erreichbarkeit der Lernorte (S. 25-27).  

Umfrage der IG Metall Jugend im Bezirk
Auch in der eigenen Umfrage zur Ausbildungsqualität der IG Metall Jugend BBS 2019 unter der Überschrift „Läuft bei dir“ wurde deutlich, dass Fahrt- und Wohnkosten ein zentrales Problem in der Ausbildung sind. Grade dual Studierende werden durch weite Entfernungen zwischen der Hochschule und dem Betrieb stark belastet.

Digitalisierung
Der Ausbildungsreport 2019 befasste sich mit dem Schwerpunktthema: „Digitalisierung und Ausbildung 4.0“. Gerade in der Pandemie wurde deutlich, wie hoch aktuell dieses Thema immer noch ist. Eine gute Vorbereitung – unter anderem durch Digitalisierung – war der Schlüssel, um schnell alternative Lehr- und Lernformen, eine gute Kommunikation und den Erhalt der Ausbildungsqualität zu gewährleisten.


Diese und viele weitere wichtige und spannende Themen könnt Ihr in den Factsheets oder im kompletten Ausbildungsreport der beiden DGB-Bezirke nachlesen.

Hier geht es zum

Ausbildungsreport des DGB Berlin-Brandenburg

Ausbildungsreport des DGB Sachsen

Informationen zu den Ergebnissen des bundesweiten Ausbildungsreports gibt es hier.

 

 


Junge IG Metall

Kontakt

Astrid Gorsky

Jugend, Berufliche Bildung, Gewerkschaftliche Bildungsarbeit

Tel:  030 25 37 50 48

Fax: 030 25 37 50 25

E-Mail: astrid.gorskydon't want spam(at)igmetall.de

Tomasz Gorski

Studierenden- und Angestelltenarbeit

Tel:  030 25 37 50 29

E-Mail: tomasz.gorskidon't want spam(at)igmetall.de

Michael Wolf

Projekt Berufsschularbeit

Tel:  030 25 37 50 37

Fax: 030 25 37 50 25

E-Mail: michael.wolf(at)igmetall.de

ORGANiCE

Termine

Jun22

22.06.2021

Das Automobil neu denken?

Alle Termine

Pinnwand

  • Für gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West!

    Für gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West!

  • Infobrief Recht

    Aktuelle rechtliche Bewertungen der IG Metall

  • 'prägnant' - Der Newsletter zur Wirtschafts- und Strukturpolitik im IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen

     Newsletter zur Wirtschafts- und Strukturpolitik

  • Kampagnen der IG Metall

    Kampagnen der IG Metall

  • Mitglied werden in der IG Metall

    Mitglied werden in der IG Metall