10.02.2026 | Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen hat auf ihrer Jahrespressekonferenz den Masterplan „Jobs 2040“ für Ostdeutschland vorgestellt. „Mit einer klugen Industriepolitik und gezielten Zukunftsinvestitionen der Unternehmen ist es möglich, den gefährlichen Abwärtstrend in der Industrie zu stoppen und umzudrehen“, erklärte IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto. „Dafür braucht Ostdeutschland eine Industriepolitik, die Innovationen fördert, Investitionen anreizt, unseren Standort wettbewerbsfähig hält und Arbeitsplätze sichert und neue ermöglicht. Der Markt allein kann das nicht.“
In dem Masterplan beschreibt die IG Metall die besonderen Herausforderungen in der Region Berlin-Brandenburg-Sachsen: „Die ostdeutsche Industrie ist auch 35 Jahre nach der deutschen Einheit anders verfasst als die westdeutsche.“ Die Industrie ist kleinteiliger, die größeren Betriebe sind in der Regel reine Fertigungsstandorte, die zentralen Funktionen der Unternehmen sind an anderen Standorten angesiedelt. Zudem ist die Vernetzung mit Forschung und Wissenschaft weniger ausgeprägt. Daher seien die Veränderungen durch die Umstellung der Energieversorgung und die Digitalisierung (Transformation) hier häufig stark ausgeprägt.
Zugleich weist der Masterplan auf die besonderen Stärken und Chancen Ostdeutschlands vor allem bei Halbleitern, Digitalwirtschaft, Energietechnik, Elektromobilität und Luftfahrt hin. Diese Vorteile gelte es, zu nutzen, um mit dem Umbruch der Industrie die Resilienz zu stärken, die lokale Fertigung auszubauen und neue Wertschöpfung zu etablieren. Konkret schlägt die IG Metall mit dem Konzept dies vor:
Für die Tarifrunden in diesem Jahr kündigte Jan Otto auf der Pressekonferenz in Berlin eine offensive Gangart an. „Viele Arbeitgeber und ihre Lobbyisten attackieren immer dreister ihre Beschäftigten und überschlagen sich mit ständig neuen Zumutungen. Die IG Metall wird gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben dagegenhalten. Die Beschäftigten leisten jeden Tag Herausragendes und halten unser Land in schwierigen Zeiten am Laufen. Sie erwarten zurecht, dass die Arbeitgeber dies respektieren.“
Entschieden verurteilte der Bezirksleiter auch die eskalierenden Angriffe auf den Sozialstaat. „Mit einem Zurück in die Steinzeit wird die deutsche Wirtschaft nicht wieder erstarken. Soziale Leistungen und Arbeitsrechte sind nicht die Ursache für die wirtschaftliche Schwäche.“ Die IG Metall hat eine bundesweite Initiative für Arbeit und Aufschwung gestartet, welche die tatsächlichen Probleme angeht.
Anfang März starten in Berlin, Brandenburg und Sachsen die Betriebsratswahlen. Jan Otto: „Gerade jetzt mitten im industriellen Umbruch steht bei Betriebsratswahlen viel auf dem Spiel. Niemand hat so gut bewiesen wie die IG Metall-Betriebsräte, dass sie Kämpfe gemeinsam mit den Belegschaften und der IG Metall erfolgreich führen können: für Tarifverträge, gegen Stellenabbau, für die Standort- und Beschäftigungssicherung. Mit ihrer Stimme entscheiden die Beschäftigten über die Zukunft ihrer Arbeitswelt.“
Bei der Betriebsratswahl vom 2. bis 4. März bei Tesla in Brandenburg will die IG Metall-Liste „IG Metall – Tesla Workers“ erstmals die Mehrheit gewinnen und künftig die Betriebsratsvorsitzende stellen. „Die Tesla-Kolleginnen und Kollegen haben einen Betriebsrat verdient, der sich für die Beschäftigten statt fürs Management einsetzt“, betonte Jan Otto.