Pressemitteilung vom 17. November 2020

IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen: Tarifkommissionen beschließen Tarifpaket und Anpassungsschritte zur Angleichung der ostdeutschen Arbeitsbedingungen

  • 17.11.2020
  • aw
  • Pressemitteilung

IG Metall Bezirksleiterin Birgit Dietze: „Die Frage der Angleichung ist noch immer die zentrale tarifliche Frage in unserem Bezirk. Hier müssen wir einen ersichtlichen und nachhaltigen Schritt in Richtung Lösung vorankommen.“

Foto: Christian von Polentz/transitfoto.de

Mit der Forderung nach einem Zukunftspaket startet die IG Metall in die Tarifrunde 2021 für die rund 300.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Das Zukunftspaket schafft einen tariflichen Rahmen für optionale Modelle der Arbeitszeitabsenkung, wie eine 4-Tage-Woche mit Teillohnausgleich, für Zukunftstarifverträge und zur Stärkung der Einkommen. Damit sollen tariflich Mindeststandards für alle Betriebe festgelegt werden, die solche Optionen nutzen. Das haben die Tarifkommissionen von Berlin, Brandenburg und Sachsen am Dienstag in einer digitalen Sitzung beschlossen.

Die zentrale regionale Forderung der Tarifkommissionen in Berlin-Brandenburg-Sachsen besteht in Anpassungsschritten zur Beseitigung der immer noch anhaltenden Schlechterstellung der ostdeutschen Beschäftigten bei Arbeitszeit und Stundenentgelt.

„Wir hören in den Betrieben im Bezirk jeden Tag, dass die Beschäftigten sich nicht mit der Ungerechtigkeit abfinden, dass sie 30 Jahre nach der Deutschen Einheit immer noch drei Stunden pro Woche unbezahlt mehr arbeiten“, sagte Birgit Dietze, IG Metall Bezirksleiterin Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Diese Ungleichbehandlung verstehen die Beschäftigten in unserem Bezirk nicht mehr. Durch Aussitzen wird die Lage nicht besser. Wir müssen gemeinsam mit den Arbeitgebern eine Lösung finden, damit Populisten dieses Thema nicht zu ihrem machen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt steht hier mit auf dem Spiel.“

Zur Stärkung der Einkommen und für die Finanzierung der Beschäftigungssicherung – zum Beispiel über einen Teillohnausgleich bei Arbeitszeitabsenkung – soll ein Volumen von 4 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten gefordert werden.

Die Fragen der Beschäftigungssicherung stehen vor allem in den Betrieben im Vordergrund, die von dem Strukturwandel der Antriebswende und der Energiewende betroffen sind. Modelle solidarischer Arbeitszeitreduzierungen und damit das Halten der wichtigen Fachkräfte steht hier im Vordergrund.

Die IG Metall begründet Höhe und Struktur ihrer Forderung mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wobei sie nicht übersieht, wie schwierig sich in einigen Betrieben die Lage durch die Pandemie entwickelt hat. Auf der anderen Seite gibt es gut und voll ausgelastete Unternehmen und der private Konsum ist eine wichtige Stützung der Konjunktur. Hier entsteht ein Spannungsfeld, dem die Volumenforderung passgenau gerecht wird.

Auch tarifliche Regelungen zur Verbesserung der Ausbildung und des dualen Studiums, insbesondere die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten, sollen Gegenstand der anstehenden Tarifverhandlungen sein. „Junge Facharbeiterinnen und Facharbeiter sowie Absolventen sind die Fachkräfte von morgen und daher ist es wichtig, ihnen eine Zukunft aufzuzeigen“, sagte Bezirksleiterin Birgit Dietze.

Am 26. November 2020 beschließt der Vorstand der IG Metall die endgültige Forderung. Die Entgelt- und Vergütungstarifverträge laufen am 31. Dezember 2020 aus, der Tarifvertrag „Beschäftigungssicherung und Beschäftigungsaufbau“ am 31. Januar 2021. Die Friedenspflicht endet damit am 1. März 2021 um 24:00 Uhr.

Für Rückfragen: Andrea Weingart, 0151 29 23 11 82


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