02. Juli 2014: Weitere Warnstreiks in der ostdeutschen Stahlindustrie

  • 02.07.2014
  • Aktuelles

Im laufenden Tarifkonflikt für die rund 8 000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie wurden am Mittwochmorgen die Warnstreiks in Zeithain/Sachsen fortgesetzt. Die Beschäftigten der Nacht- und Frühschicht von Salzgitter Mannesmann Rohr Sachsen, des im Nordwesten des Landkreises Meißen gelegenen Zeithains, legten für rund zwei Stunden die Arbeit nieder. Die rund 150 Streikenden wurden durch betriebliche Delegationen der Eisen- und Stahlindustrie aus Gröditz und Riesa unterstützt.

Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, warnte auf der Kundgebung in Zeithain die Arbeitgeber, die berechtigten Forderungen der Beschäftigten weiter zu ignorieren. "Die Belegschaften stehen fest hinter den Forderungen der IG Metall. Das zeigt die bisher gute Beteiligung an den Warnstreiks. Wenn die Arbeitgeber sich nicht rasch bewegen, zwingen sie uns nachzulegen", bekräftigte Höbel.

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate und eine Fortführung der auslaufenden Tarifverträge. Beim Thema Altersteilzeit soll der demografische Wandel in der Stahlindustrie aktiv gestaltet und den Tarifvertrag an die neue Gesetzeslage (Rente mit 63) angepasst werden. Auch der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung soll fortgeschrieben werden, unter anderen um die unbefristete Übernahme von Auszubildenden über 2016 hinaus abzusichern. Zudem setzt die IG Metall darauf, die Zunahme von Werkverträgen einzudämmen und neue Standards für Fairness und gegen den Missbrauch zu setzen.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 10. Juli um 13 Uhr in Berlin geplant.