06. März 2010: Mitbestimmung und Tarifautonomie haben sich in der Krise bewährt - IG Metall wirbt für hohe Wahlbeteiligung bei den Betriebsratswahlen 2010

  • 08.03.2010
  • ew

Gegen den Trend bei Parlamentswahlen will die IG Metall bei den Betriebsratswahlen in Berlin, Brandenburg und Sachsen eine Beteiligung von mindestens 75 Prozent erreichen. Unter dem Motto „Kompetenz für gute Arbeit kannst du wählen“ ruft sie die Belegschaften in der Metall- und Elektroindustrie sowie der Holz-, Kunststoff- und Textilindustrie auf, von März bis Mai 2010 über ihre Betriebsräte abzustimmen.

 

„Mitbestimmung von Betriebsräten ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie. Sie ist Bestandteil moderner Arbeitsbeziehungen und trägt wesentlich zum unternehmerischen Erfolg bei“, sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. Die betriebliche Mitbestimmung und die Tarifautonomie hätten sich in der seit 2008 anhaltenden Wirtschaftskrise bewährt. Negative Auswirkungen der Rezession für Unternehmen und Belegschaften konnten weitgehend vermieden werden. „Deshalb ist unser Ziel, 2010 mehr Betriebsräte zu wählen als in der zurückliegenden Periode“, so Höbel.

 

2006 wurden in Berlin, Brandenburg und Sachsen in 979 Betrieben 5 856 Betriebsratsmitglieder gewählt, die die Interessen von 198.000 Beschäftigten vertraten.

 

Es  lohnt sich, einen Betriebsrat zu haben, unterstrich Höbel: „Beschäftigte in Unternehmen mit Betriebsrat verdienen rund zehn Prozent mehr. Die Arbeitsbedingungen sind besser geregelt, die Arbeitszeit ist kürzer. Die Beschäftigten sind besser gegen Kündigungen geschützt, Leiharbeiter sind meist besser gestellt als in Firmen ohne Betriebsrat“, erklärte Höbel.

Starke Betriebsräte haben in der vergangenen Wahlperiode 400 Betriebs-vereinbarungen allein zur Leiharbeit durchgesetzt.

 

70 Prozent der Betriebe, die von der IG Metall bundesweit betreut werden, haben 2009 durch Kurzarbeit Massenentlassungen in der Krise vermieden. 800 000 Arbeitnehmer erhielten eine Aufstockung zu ihrem Kurzarbeitergeld, weil Betriebsräte  der IG Metall dies mit den Geschäftsführungen vereinbart hatten. Bundesweit ist mehr als eine halbe Million Arbeitnehmer durch Beschäftigungssicherungs-Verträge vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.